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  • Frisches soll jetzt schneller durchlaufen.

05.07.2017 Von: Christian Doepgen


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Artikel Nummer: 19308

Lateinamerika rückt näher

Häfen, die an einem speziellen Pilotprogramm des US-Landwirtschaftsministeriums teilnehmen, können Inspektion und Abfertigung von Frischgütern aus Lateinamerika deutlich verkürzen. Auch der Hafen von New Orleans ist dabei.


Der Zoll ist in der Supply Chain oftmals die Sollbruchstelle, denn hier treffen die staatlichen Steuer- und Sicherheitsbedürfnisse auf den unternehmerischen Anspruch, die Ware des Verladers möglichst rasch und unbürokratisch an den Zielort zu bringen. Für zeitsensitive Ladung wie verderbliche Güter gilt das wegen der fälligen Inspektion um so mehr. Der Hafen New Orleans hat in diesem Zusammenhang jetzt einen neuen Trumpf im Ärmel.

 

Teilnahme am Pilotprojekt

Der Hafen hat kürzlich die Genehmigung des US-Landwirtschaftministeriums erhalten, an einem Pilotprojekt für Frischgüter teilzunehmen, dem so genannten «South-east U.S. In-Transit Cold Treatment Pilot Program». Die Teilnahme an diesem Piloten der Tier- und Pflanzenschutzinspektion (Aphis) bedeutet, dass zeitempfindliche Produkte während des Transits unter Einhaltung der Zollabfertigung vor Ort behandelt werden können, anstatt nach ihrer Ankunft in den USA. Vor dieser Neuerung mussten die Kühltransporte aus Lateinamerika in spezialisierten Anlagen im Nordosten der USA inspiziert und z.B. auf Schädlinge wie Fruchtfliegen untersucht werden, um zur Distribution freigegeben zu werden. Jetzt läuft das Verfahren direkt in New Orleans, wo im Hafen über 900 Reefer-Anschlüsse zur Verfügung stehen. Somit sind kürzere Laufzeiten und damit eine erhöhte Effizienz für Verlader möglich. 

 

Schneller aus Lateinamerika

Brandy D. Christian, Präsidentin und CEO des Hafens New Orleans, sieht neue Chancen für Kunden:  «Dieses Programm gibt den aktuellen und künftigen Verladern zusätzliche Optionen für den Kühlguttransport, um die Laufzeiten vom Erzeuger bis zum Verbraucher zu reduzieren.» Das Programm ist neben Heidelbeeren auf Zitrusfrüchte und Trauben aus Peru und Uruguay sowie Äpfel und Birnen aus Argentinien ausgelegt.

 

Auch Laura Jeffers, Leiterin des Aphis-Programm, zeigte sich mit dem Echo auf dieses Angebot zufrieden. Neben New Orleans sind im Südosten der USA die Häfen von Canaveral, Miami, Manatee,  Everglades, Savannah und Charleston mit von der Partie.