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  • ITJ Nr. 23 / 1957.

28.02.2014 Von: Robert Altermatt


Flashback
Artikel Nummer: 6755

Eine Stahlbüchse verändert die Welt

Die Ursprünge des Containers reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Es dauerte dann aber noch eine ganze Weile, bis im Jahr 1956 in den USA knapp 60 identische, mit Frachtgut beladene Stahlbehälter auf ein Containerschiff verladen wurden.


Erste Frühformen des Containers (lat. continere = zusammenhalten, enthalten) gab es bereits im 18. Jahrhundert, als in Grossbritannien Verpackungskisten aus Holz zum Warentransport eingesetzt wurden. Im frühen 20. Jahrhundert wurden erste normierte Bahncontainer entwickelt. Von da an war der Schritt nicht mehr weit zu einem standardisierten Mehrwegsystem.

 

Es war der US-Amerikaner Malcolm McLean, der 1937 als junger Fuhrunternehmer erstmals die Idee hatte, Lkw mitsamt ihres Inhalts komplett auf Frachtschiffe zu verladen, später nur die Anhänger mitsamt ihrer geladenen Behälter und schliesslich nur noch die Blechboxen selbst – statt jede Kiste und jeden (Tabak-)Ballen einzeln anzufassen. Knapp 20 Jahre später entwickelte McLean aus dieser Idee den genormten, stapelbaren Container. Am 26. April 1956 schickte er zum ersten Mal 58 metallene Grossbehälter in der Küstenfahrt auf dem eigens umgebauten Frachtschiff Ideal X zwischen Houston TX und dem Hafen Newark im US-Bundesstaat New Jersey auf Reisen. Es war dies die Geburtsstunde der Containerschifffahrt. McLeans Vision einer geschlossenen Transportkette zu Land, zu See und auf Schienen begann sich zu erfüllen.

 

Bereits 1957 berichtet Aimé Fauré, Chef des kommerziellen Dienstes der Société Générale de Transports Maritimes, in unserer Zeitschrift ausführlich über die wachsende Bedeutung der neuen Grossbehälter. Unter dem Titel «Der Container im Seeverkehr zwischen Frankreich und Nordafrika» schreibt Fauré: «Der Container, dessen nähere Beschreibung im Hinblick auf seine Verbreitung überflüssig erscheint, bildet seit einigen Jahren ein Transportgerät, das infolge seiner mannigfachen Vorteile bei der Beförderung gewisser Güter im Handel und in der Industrie eine wichtige Stellung erlangt hat. Seiner eigentlichen Bestimmung gemäss, ermöglicht er unbestreitbar eine besonders sichere Abfertigung von Domizil zu Domizil von Lebensmitteln und sonstigen Gütern aller Art, ungeachtet der zu bewältigenden Distanz oder des benützten Transportmittels (Camion, Eisenbahn, Seeschiff).»

 

1961 legte die Internationale Organisation für Normung (ISO) erstmals international gültige Masse für die ISO-Container fest. Wie sich erst allmählich zeigen sollte, erwies sich die Erfindung des Normcontainers als grösste Revolution in der Geschichte des Verkehrswesens – seit die Sumerer Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. das Rad erfunden hatten. Ohne Zweifel hat der normierte Standardcontainer den weltweiten Warentransport in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts revolutioniert und dabei auch den Welthandel völlig umgekrempelt. Die beiden wichtigsten und bekanntesten Containertypen sind heute der 40-Fuss- und der 20-Fuss-Container. Weltweit sind derzeit rund 28 Mio. Stück dieser Blechboxen im Einsatz.  

 

 

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