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10.03.2017 Von: Rüdiger Frisch


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Artikel Nummer: 18138

11-12/2017 Das Know-how ist da


 

Stark zugenommen hat der Lieferverkehr in den vergangenen Jahren, auch im Bereich der letzten Meile. Doch die Verbrennungsmotoren werden wegen der Luftverschmutzung zum Problem. Um die Folgen zu mildern, wären batteriebetriebene Lkw (E-Lkw) eine Lösung. Feldversuche gibt es, doch die Praxis sieht noch anders aus: Jüngst hat der Geschäftsführer eines deutschen mittelständischen Logistikers von seinen vergeblichen Versuchen erzählt, einen E-Lkw zu kaufen. Händler vor Ort konnten ihm – noch – kein Fahrzeug präsentieren. Der direkte Kontakt mit Herstellern habe dazu geführt, dass er wieder beim lokalen Händler gelandet ist.

 

Auf der letzten Meile funktioniert es teilweise schon elektrisch, auch weil etwa der Dienstleister zum Hersteller geworden ist: Die Deutsche Post ist bei den Produzenten von Lieferwagen auf taube Ohren gestossen. 2014 hat sie eine Firma übernommen, die elektrische Lieferwagen produziert. Mittlerweile sind 2000 Stück im Einsatz, die meisten davon in Deutschland. Reichweite: bis zu 80 km. Elektrisches Know-how ist auch bei den Lkw da. Seit 2014 verrichten mehrere 18 t-E-Lkw bei Coop, Lidl und Rewe im Nahbereich ihren Dienst. Hersteller ist E-Force aus der Schweiz, der Iveco-Lkw mit einem Elektromotor und Batterien ausstattet: Damit schafft der E-Lkw bis zu 300 km, das ist doch ein Wort. Ähnliche Angebote gibt es von Emoss aus den Niederlanden und Smith aus den USA.

 

Erfahrungen zeigen, dass E-Lkw auch finanziell mit der Diesel-Variante mithalten können, zudem wären sie nicht von diskutierten Diesel-Fahrverboten betroffen. Ein grosser Lkw-Hersteller hat seine E-Lkw für Ende 2018 angekündigt, ein anderer für 2020. Mal sehen, ob es dabei bleibt.

 

Rüdiger Frisch
Redaktor

 

 

 

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