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16.06.2017 Von: Andreas Haug


Ausgaben
Artikel Nummer: 19311

23-26/2017 Make trade, not war


Vor genau 50 Jahren fand im kalifornischen Monterey ein Musikfestival statt, das im Nachhinein als Startschuss – oder friedlicher formuliert: Auftakt – für den «Summer of Love» angesehen wird. Der Flughafen San Francisco erinnert noch bis 10. August mit einer Foto-Ausstellung an die Hippie­bewegung und Flower Power, die sich unter dem Motto «Make love, not war» insbesondere gegen das unmittelbare US-amerikanische Militär­engagement in Vietnam richtete.

 

Diesen Sommer sieht es so aus, als ob jener US-Präsident, der «Amerika wieder gross machen» will, ins mittelöstliche Wespennest gestochen hat. Keine zwei Wochen nach seiner ersten Auslandsreise, die ihn nach Saudi-Arabien geführt hat, kam es zu einem offenen Zerwürfnis zwischen Mitgliedern des Golf-Kooperationsrates, in dem es am Ende um die regionale Vorherrschaft zwischen Riad und Teheran geht. Was sich zwei Jahre nach Beilegung des Atomstreits und der offiziellen Aufhebung des Embargos gegen den Iran logistisch in dem Land tut, lesen Sie in der Beilage dieser Ausgabe.

 

«Alle gegen Einen», gegen das kleine Katar, heisst es also seit dem 5. Juni. Die Sperrung der einzigen Landgrenze, die das Emirat ausgerechnet mit Saudi-Arabien teilt, hat zur Folge, dass es Güter nur noch per See- oder Luftweg einführen kann. Bis Redaktionsschluss schien sich Qatar Airways, die ihren Hub nur noch auf Umwegen bedienen kann, einigermassen zu arrangieren, «gestrandete» Passagiere heimzuholen und vielleicht noch ihre Frachtleistung zu steigern. Dies freilich, nachdem ihr CEO Akbar Al Baker die diesjährige Iata-Jahresversammlung im mexikanischen Cancún Hals über Kopf verlassen hatte, um die Krise vor Ort zu managen. Welche der mittelöstlichen Fluglinien, die in den letzten Jahren so stark gewachsen sind und erst auf den von Washington verhängten «Laptop-Bann» reagieren mussten, können ein Interesse an der verfahrenen Lage haben?

 

Schliessen wir mit einer anderen Atlantiküberquerung, nämlich dem ersten Nonstop-Transatlantikflug, den die britischen Piloten John Alcock und Arthur Brown im Juni 1919 durchführten. Er gilt auch als der erste transatlantische Luftpostflug, weil ein paar Bündel Briefe mit an Bord waren. Mittlerweile beträgt die Luftfrachtleistung zwischen Europa und Nordamerika, der drittwichtigsten Handelsroute der Welt, fast 5 Mrd. Frachttonnen-Kilometer, Tendenz stark steigend (+8,5%). Möglich macht’s die Technik – aber auch der freie Handel!

 

Andreas Haug
Ressortleiter Luftfracht

 

 

 

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