Heavylift / Breakbulk

  • Langsam, aber sicher, bewegt sich der Trafo-Koloss auf der Strasse vorwärts.

18.05.2018 Von: Andreas Haug


EPC
Artikel Nummer: 23288

Kahl-Schäge

Die deutsche Kahl-Unternehmensgruppe hat einen neuen Gewichtsrekord aufgestellt und nahm kürzlich eine Auszeichnung der European Association of abnormal Road Transport and mobile Cranes (Esta) entgegen.


 

Im Mai 2015 war die weltweit erste Seitenträgerbrücke G2 I K600 von Goldhofer in einer feierlichen Zeremonie an die Kahl-Unternehmensgruppe aus Moers übergeben worden und kam seitdem mehrfach zum Einsatz. Ihr besonders günstiges Verhältnis von Eigengewicht und Nutzlast ermöglicht auch beim Transport schwerster Güter eine Reduzierung der Lasten auf den 2x24 Achsen und stellt somit ein weltweites Alleinstellungsmerkmal in der Transportbranche dar.

 

Anfang 2018 war es an der Zeit, einen neuen Weltrekord im Strassentransport aufzustellen. Dabei musste ein 1100 KV UHVDC von Siemens, mit einem Eigengewicht von 535 t der derzeit leistungsstärkste Transformator der Welt, keine 10 km innerhalb Nürnbergs vom Werk bis zum Binnenhafen transportiert werden. Zusammen mit der Fahrzeugkonfiguration von einer schiebenden und zwei ziehenden Goldhofer-Einheiten ergab sich ein Gewicht von 875 t bei einer Länge von 63 m, einer Breite von 7,45 m und einer Höhe von 6,10 m. Kahl-Projektleiter André Krause: «Dieses in monatelanger Vorarbeit entworfene Transportkonzept war erstmalig im Einsatz. Durch die parallel gekoppelten Schwerlastmodule und Selbstfahrer von Goldhofer konnten wir die Transportlänge gering halten, um ausreichend manövrierfähig für die kritischen Streckenpassagen, wie etwa die Unterführung an der Minerva-Brücke, zu sein.» Eine regelmässig eingesetzte Spezialsoftware von Goldhofer half zusätzlich, das Frachtgut bezüglich Gewichtsverteilung und Ladeschwerpunkt auszurichten.

 

Eine fränkische Nacht und ein französischer Abend

Am 24. Januar um 22 Uhr setzte sich der Transport der Superlative langsam in Bewegung und kam am nächsten Morgen im Nürnberger Hafen an. Dort erfolgte die Umladung auf ein Binnenschiff Richtung Antwerpen, von wo aus der 3300 km lange Seeweg Richtung China eingeschlagen wurde. Für Kahl-Fachmann Krause war der Rekordtransport war «eine gelungene Premiere, denn es warten noch drei Transporte solcher Giganten für die Stromindustrie auf uns».

 

Dieses und andere Projekte dieser Art standen sicherlich hinter der Entscheidung der Esta-Juroren, den diesjährigen Preis für «Transportleistungen auf Anhängern mit einem Ladegewicht von über 120 t» an Kahl zu vergeben. Die feierliche Anerkennung in Gegenwart von 360 Branchenvertretern aus ganz Europa erfolgte am Abend des 26. April in Paris.