Heavylift / Breakbulk

  • Der 91 m lange Splitter (880 t) war ein echtes Schwergewicht.

25.02.2014 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 5154

Ein indischer Koloss auf Reisen

Ein 91 m langer und 880 t schwerer Splitter für den Einsatz in einer mexikanischen Raffinerie wurde unter einem umfangreichen Aufgebot an Massnahmen rund um den multimodalen Transport über den indischen Hafen Mumbai verschifft. Ein spezielles Fahrzeugkonzept für den Transport von Schwergut erwies sich in diesem Zusammenhang als hilfreich.


Über den Hafen von Mumbai (Indien) werden regelmässig aussergewöhnliche Ladungseinheiten verschifft. In diesem Jahr war der wichtigste Hafen Indiens jedoch Teil der langen Reise eines besonders langen Splitters, der für den Einsatz in Raffinerie in Mexiko bestimmt war. Organisator dieses Projekts war Boxco Logistics unter Verwendung von Scheuerle-Kamag K25 Modulfahrzeugen.

 

Das Projekt nahm seinen Anfang in der Produktionsstätte des Schwerindustriebetriebs Isgec in der Industriestadt Dahej im Bundesstaat Gujarat. Der Splitter wog beachtliche 880 t. Neben diesem Schwergewicht waren ein 380 t schwerer wassergekühlter Gaswäscher und ein 250 t schwerer Methan-Absorber samt Zubehör Bestandteil des Transports.

 

Der Weg vom Isgec-Standort zum Hafen von Adani erwies sich angesichts der Abmessungen des Splitters von 91 m x 9,5 m x 9 m als Herausforderung. Massnahmen wie Strassenverbreiterungen, das Entfernen von Hindernissen wie Fahrbahntrennungen und Laternenmasten wurden vor Transportbeginn durchgeführt. Durch die örtlichen Stromversorger wurde die Abschaltung der Elektrizität vorgenommen. Der Transport aller drei Bauteile wurde innerhalb von vier Tagen abgeschlossen. Die Mauer am Eingang zum Hafen von Adani wurde eingerissen, um den Konvois die Zufahrt auf das Gelände zu ermöglichen. Auch der Transport im Hafen erwies sich als Herausforderung, da die Durchgänge insbesondere für den Splitter knapp bemessen waren.

 

Der richtige Moment

Das Zeitfenster für den Abtransport der Ausrüstung von Dahej lag kurz vor Beginn des Monsuns. Der Kranlastkahn Triton Vision, geschleppt von der MT Canara Progress, war für die Mammutaufgabe des Seetransports aus den unruhigen Gewässern der Narmadamündung im Golf von Khambhat zum Hafen von Mumbai ausersehen worden. Nach Ausarbeitung des erforderlichen Stauplans, Durchführung der Molearbeiten und Bau der Rampe legte der Lastkahn an der Mole von Dahej an. Gezogen wurde er wegen der Tiefgangsbeschränkungen im Narmadabecken von zwei kleineren Schleppschiffen. Die Last wurde verladen und wie zuvor berechnet für den Transport auf See gesichert.

 

Mit dem Lastkahn nach Mumbai

Als Ladung und Befestigung überprüft waren, wurde der mit der Raffinerieausrüstung beladene Lastkahn von den zwei kleineren Schleppern zum Ankergebiet von Dahej güberführt und dort der MT Canara Progress übergeben, die ihn zum Hafen von Mumbai brachte. Nachdem der Lastkahn im Hafen von Mumbai angekommen und ausgerichtet war, wurde die Ladung plangemäss gelöscht. Im Hafen von Mumbai legte die Roll Dock Sea an, um die Türme an Bord zu laden. Zwar konnten die zwei kleineren Türme mit dem schiffseigenen Kranhaken an Bord gehoben werden, der 91 m lange Splitter war jedoch zu gross und zu schwer für diese Methode. Die Lösung bestand folglich darin, den Turm mit einem Scheuerle-Kamag K25 SPE, einem speziellen Fahrzeugkonzept für den Transport von Schwergut, auf das Schiff zu verladen.

 

 

www.tii-group.de

 

 

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