Heavylift / Breakbulk

  • Dieses Zementwerk in Ägypten errichten private Investoren.

09.05.2016 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 14536

Eine breite Palette ist Trumpf

Es müssen nicht immer die Grossen sein. Dass Mittelständler oftmals schlagkräftiger und schneller in wandelnden Märkten agieren, zeigt sich in diesen Tagen im Schwergutgeschäft. Ralf Grosskopf von Dako Worldwide Transport, einem Unternehmen dieser Gattung, sprach mit Christian Doepgen über seine aktuellen Erfahrungen in regional unterschiedlichen Märkten und seine Zukunftspläne.


Herr Grosskopf, welche Aufträge haben Sie in diesen Monaten überrascht?

Wir haben zuletzt deutlich mehr Projekte aus dem russischen Raum über unsere Tochterfirma in St. Petersburg abgewik-kelt – zu unserem eigenen Erstaunen.

 

Worauf führen Sie den Schub zurück?

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland schnüren nicht alle Handelsbeziehungen ab. Der russische Export z.B. von Anlagen zur Elektrifizierung, von Wasserkraftwerken oder Ausstattung für den Eisenbahnbau hält an – nach Lateinamerika, Asien oder in den Iran.

 

Der Iran ist zur Zeit in aller Munde...?

Bei aller Euphorie ist der Ausbau der bewährten Kontakte wichtig, die Iraner selektieren ihre Partner. Für unser Familien- unternehmen war der Iran über lange Zeit ein wichtiger Markt, und unsere persönlichen Kontakte und Freundschaften haben wir auch über die Hochphase der Sanktionen gepflegt.

 

Welchen Eindruck haben Sie vom Iran?

Der Markt wird mit Angeboten überschwemmt, dabei sind sowohl die bestehende Infrastruktur als auch die Ausstattung im Iran in weit besserem Zustand als man vermuten konnte. Zudem dürfen die europäischen Unternehmen nicht übersehen, dass der Markt in den letzten Jahren an industrieller Autonomie gewonnen hat und asiatische Konkurrenten aktiv sind.

 

Welche Geschäfte macht Dako vor Ort?

Wir knüpfen an langfristige Verträge und Projekte an, die jetzt nicht mehr durch Sanktionen belegt sind. Die Geschäfte, die über die vielen privaten EPC-Kontraktoren möglich werden, sollte man im iranischen Markt nicht unterschätzen. Zudem gibt es gut aufgestellte lokale Schwertransportunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten können.

 

Gibt es andere Beispiele im Mittleren Osten, wo die privaten vor staatlichen Auftraggebern rangieren?

Viele. Ein gutes Beispiel ist Ägypten, wo wir ebenfalls über langjährige Kontakte verfügen. Zur Zeit wickeln wir dort den Projekttransport für ein Zementwerk ab, das von privaten Investoren getragen wird. Es gibt hier Firmen u.a. im Kraftwerksbau, die in den ganzen Mittleren Osten, z.B. bis Dubai, ausstrahlen.

 

In Zentral- und Südamerika ist Dako seit langem aktiv. Wie steht es dort?

Wir haben in Kooperation mit unseren Partnern unsere Ausstattung an Kranen vervollständigt. Zusätzlich zu den zehn Kranen von 30 bis 120 t Hubkraft und Liebherr-Einheiten von 80 t und 400 t verfügen wir heute zusätzlich über Krane mit 180 t und 240 t Hubkraft. Darüber hinaus haben wir das erste selbstfahrende Schwerlastmodul vom Typ PST in unseren Fuhrpark aufgenommen.

 

Welche Projekte laufen zur Zeit?

Wir sehen eine gute Nachfrage bei Kraftwerken mittlerer Grösse in Kolumbien, Peru oder Panama, deren Bau keine so hohen Investitionen erforderlich macht und schneller abgewickelt werden kann. Auch Transporte für eine neue Zementfabrik in Guatemala haben wir kürzlich abgeschlossen.

 

Wo sehen Sie einen Zukunftsmarkt?

Westafrika betrachten wir unter langfristigen strategischen Gesichtspunkten. Wir haben einige Ausstattung in die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas verbracht, die auch dort verbleibt.

 

In Liberia haben wir an einem Projekt für ein Wasserkraftwerk mitgearbeitet. Ein kleines Büro unterhalten wir in Ghana. Verschiedene Projekte stehen an, aber man braucht Geduld.

 

 

 

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