Heavylift / Breakbulk

  • Die «Rickmers Chennai".

26.02.2014 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 5226

Kältekammern für Arabien

Das Petrochemie-Segment in Saudi-Arabien wächst dynamisch. Die Hamburger Rickmers-Linie transportierte Ende vergangenen Jahres zwei Kältekammern für Sadara, dem grössten On-site-Petrochemie-Projekt des Technologiekonzerns Linde in dieser Region.


An Bord der Mehrzweck-Schwergutfrachter der Rickmers-Linie befinden sich zwar regelmässig Komponenten für Industrieanlagen, manche Ladungsteile sind aufgrund ihrer Abmessungen jedoch besonders interessant.

 

Ende vergangenen Jahres verschiffte der Hamburger Schwergutspezialist beispielsweise zwei von der Firma Linde AG gefertigte Kältekammern von Bremen (Deutschland) nach Jubail (Saudi Arabien). Die Linde Engineering Division ist nach eigener Angabe weltweit das einzige Unternehmen, das Synthesegasanlagen mit eigener Technologie herstellt, besitzt und betreibt. Die beiden Coldboxen dienen der Gaszerlegung zur Herstellung von Synthesegas in der Sadara Petrochemical Company (Sadara) in Jubail, einem der weltweit grössten Chemiekomplexe. Sadara ist ein Joint Venture zwischen der Saudi Arabian Oil Company (Saudi Aramco) und Dow Chemical Company (Dow). Die Kältekammern sind dabei von zentraler Bedeutung für Sadara, das Lindes grösstes On-site-Petrochemie-Projekt in dieser Region ist. Sadara benötigt Kohlenmonoxid, Wasserstoff und Ammoniak hauptsächlich zur Produktion von Aromaten, Isocyanaten (MDI und TDI), Aminen und Wasserstoffperoxid. MDI (Diphenylmethan-diisocyanat) und TDI (Toluol-2,4-diisocyanat) sind Ausgangsstoffe zur Herstellung von Polyurethan-Kunststoffen. Diese sind Bestandteil einer Vielzahl von Produkten wie beispielsweise Kunstfasern, Isolierschäume, Kleber, Matratzen und Autositze.

 

Wesentlicher Bestandteil

Die Kältekammern gehören aufgrund ihrer Dimensionen und der langen Produktionszeit zu den kritischen Ausrüstungen im Zusammenhang mit der Errichtung von Anlagen des Typs wie Sadara. Dadurch sind die Anforderungen an den Transport sowohl in terminlicher als auch in qualitativer Hinsicht besonders hoch. Die Verladung auf die Rickmers Chennai erfolgte mit den bordeigenen Kranen des Schiffes Ende vergangenen Jahres am Schuppen 24 im Neustädter Hafen in Bremen (Deutschland). Die beiden Kältekammern brachten je 358 t auf die Waage und waren jeweils 31,44 m lang, 14,00 m hoch und 9,50 m  breit. Nach einer Seereise von 23 Tagen erreichte die Rickmers Chennai den Zielhafen an der Ostküste Saudi Arabiens. Sowohl die Übernahme im Ladehafen, als auch die Entladung im Löschhafen wurde von den Supercargoes der Reederei koordiniert und überwacht. Weder der Lade- noch der Löschhafen werden von den Schiffen der Rickmers-Flotte regelmässig angelaufen. Die Rickmers-Linie bietet ihren Kunden dennoch die Option, zusätzliche Destinationen rund um die Welt bei Bedarf in ihren Linien-Fahrplan aufzunehmen.

 

Die speditionelle Abwicklung lag in den Händen der Spedition KOG Transport AG, Mitglied der Heavy Lift Group. und verantwortlich für die FOB-Lieferung, Seefrachtbuchung und den Nachlauf bis zum Fundament auf der Baustelle.       

 

 

 

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