Heavylift / Breakbulk

  • Der Schiffslader wurde mit der «Gabelstapler-Methode» verladen.

28.08.2014 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 7166

Fingerspitzen und Gabelstapler

Bei der Verschiffung von Projektladung muss jeder Handgriff sitzen. Bei einem kürzlich erfolgten Transport eines Schiffsladers von China nach Venezuela trafen gleich mehrere Herausforderungen aufeinander.


Dass beim Transport von besonders schweren und grossen Ladungspartien zumeist auch ein hohes Mass an Fingerspitzengefühl an den Tag gelegt werden muss, hat kürzlich die Verschiffung eines Schiffsladers aus Dalian (China) in den Hafen Palua (Venezuela) bewiesen, die der niederländische Schwergut-Spezialist Jumbo durchführte. Der besagte Kran hatte eine Länge von 58 m, Breite von 16,3 m und Höhe von 28 m und brachte zudem ein Gewicht von 420 t auf die Waage. An Bord waren unter anderem zudem ein 35 t schwerer Bandschleifenwagen und eine Teleskopschurre.

 

Niedrige Wassertiefe

Eine weitere Herausforderung bestand in der Tatsache, dass die Wassertiefe im Verladehafen zu keinem Zeitpunkt mehr als 5,6 m beträgt und aus diesem Grund für den Transport ein Schiff mit geringem Tiefgang benötigt wurde. Die MV Fairlane, ein Schiff aus Jumbos H800-Klasse mit einer Tragfähigkeit von 7051 t, war hier die richtige Wahl. Das Schiff verfügt über zwei Bordkrane mit einer jeweiligen Hebekraft von 400 t, die zum Tandembetrieb kombiniert werden können. In diesem Fall bewährte sich allerdings Jumbos sogenannte «Gabelstapler-Methode» für die Verladung an Bord. Hierbei kamen zwei 24 m lange Balken zum Einsatz, die zusammen bis 1600 t heben können. Dieses Gerät ist nicht auf einem bestimmten Schiff installiert, so dass Jumbo es flexibel dort einsetzen kann, wo es benötigt wird. In diesem Fall holte die MV Fairlane die Balken aus einem Zwischenlager in Singapur auf dem Weg nach Dalian ab.

 

Ladung mit Übermass

Nach erfolgreicher Verladung in dem chinesischen Hafen segelte das Schiff in Richtung Venezuela. Die Route durch den Panama-Kanal wäre der direkte Weg gewesen, doch da die Ladung über beide Seiten des Schiffes herausragte, musste die MV Fairlane mit dem Kran um das Kap der Guten Hoffnung segeln. Der Zeitpunkt für die Verladung spielte dabei eine wichtige Rolle, denn während der Regenzeit in Venezuela zwischen Juni und September steigt der Wasserstand. Ausserhalb dieses Zeitraums hätte das Schiff Palua nicht anlaufen können.

Nachdem die MV Fairlane pünktlich in dem venezolanischen Hafen eingetroffen war, stellte die Entladung über ein Förderband die nächste Herausforderung dar. Besonders anspruchsvoll war in diesem Zusammenhang die grosse Ausladung des Krans. Die bordeigenen Krane und sorgfältige Planung im Vorfeld seitens des Teams von Jumbo sorgten jedoch dafür, dass die Operation reibungslos über die Bühne ging.

Der Schiffslader ist für den Hafen Palua von besonderer Bedeutung, weshalb der venezolanische Industrieminister Ricardo Menendez sowie mehrere Vertreter von Bergbauunternehmen während des Löschens anwesend waren. Der neue Kran soll die Hafenaktivitäten um ca. 60% steigern, so dass jährlich bis zu 7,5 Mio. t Mineralien über Palua umgeschlagen werden können.          

 

 

www.jumbomaritime.nl

 

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