Heavylift / Breakbulk

  • In der Nähe des Suezkanals werden derzeit Schlitzwände errichtet.

23.02.2017 Von: Rüdiger Frisch


Artikel Nummer: 17985

Errichten und erhalten

Beim Ausbau oder dem Erhalt der Infrastruktur sind spezielle Bagger und Krane gefragt, in Ägypten wie in der Schweiz: Ob bei der Errichtung von Strassentunneln oder aber der Reinigung von Filtergittern in einem Kraftwerks-Stausee.


Am Suezkanal, in der Nähe der ägyptischen Grossstadt Port Said wird derzeit kräftig gebaut. Vor Ort werden gerade zwei Strassentunnel unter den Kanal durch die Erde getrieben. Für die Arbeiten setzt das beauftragte internationale Bauunternehmen Liebherr-Seilbagger und Raupenkrane ein. Sie werden gebraucht, um Schlitzwände mit einer Fläche von insgesamt 520 000 m² herzustellen. Die Wände sollen westlich als auch östlich des Suezkanals entstehen, um im Anschluss Zufahrtsstrassen und Einstiegsschächte für spätere Tunnelbohrungen zu errichten. Vor Ort sind Seilbagger verschiedener Typen im Einsatz, darunter vier HS 885 HD, zwei HS 875 HD und ein Raupenkran vom Typ LR 1160.

 

Ägypten investiert derzeit viel in den Aus- und Umbau seiner Infrastruktur: Neben Strassentunneln in Port Said wird ein weiterer in der rund 100 km südöstlich entfernten Stadt Ismailia errichtet. Erst im Dezember 2016 bewilligte die Weltbank dem Land einen Kredit in Höhe von einer Mrd. USD, um Bereiche wie die Energieerzeugung und die Transportinfrastruktur zu fördern.

 

Auch die Fahrrinne des Suezkanals soll verbreitert und vertieft werden. Ebenso soll auch noch eine neue, 35 km lange Kanalspur im Norden des Landes entstehen.

 

Noch weiter im Norden, in der Schweiz, ist ein Liebherr-Seilbagger vom Typ HS 8130 HD seit Sommer 2016 im Einsatz. Ort: Der Lago-di-Luzzone-Staudamm im Kanton Tessin.

 

Auf einem Lastkahn befestigt, mitten in dem rund 3,1 km langen und 1,27 km2 grossen Stausee, holt der Bagger Gesteinsablagerungen, die sich an den Filtergittern abgelagert haben, aus dem Gewässer. Rund 125 000 m3 an Gestein haben sich im Stausee in einer Tiefe von bis zu 200 m angesammelt, der geplante Einsatz dauert insgesamt zwei Jahre – jeweils von Mai bis Oktober.

 

Speziell für diese Einsatz wurde ein Zweischalengreifer konstruiert, der ein Füllvolumen von 10 m3 hat: Damit schafft der Bagger pro Stunde rund 130 m3 Gestein nach oben. Nachdem der Stausee nur schlecht zu erreichen ist, war bereits die Vorbereitung und die Anlieferung des Baggers aufwändig: so mussten der zerlegte Seilbagger und der Lastkahn viele Serpentinen überwinden, zwei Bergtunnels durchqueren und die 225 m hohe Staumauer passieren. Vor Ort, am Ufer des Stausee, wurden beide Geräte zusammengesetzt.    

 

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