Heavylift / Breakbulk

  • Joerg Roehl

18.04.2017 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 18690

Routinier für TGP

Es ist eine doppelte Neuerung: Nach fünf Jahren im Dienste von Hansa Heavy Lift trägt Joerg Roehl künftig zwei Hüte. Er wird die Natco Schweiz führen und gleichzeitig für das internationale Mutterhaus der Trans Global Projects-Gruppe (TGP) die Verantwortung für das Geschäft in Europa übernehmen. Im Stammland Schweiz des ITJ konnten wir mit Roehl über seine Einschätzung des Starts sprechen.


Es war der Lockruf der Schweiz in Kombination mit europäischer Verantwortung. Die Trans Global Projects-­Gruppe (TGP) hat Joerg Roehl per 1. April 2017 zum CEO der Natco Schweiz mit der Gesamtverantwortung für ganz Europa ernannt. Das in der globalen Projekt-logistik tätige Unternehmen TGP mit Hauptsitz in Grossbritannien ist mit 20 Büros weltweit vertreten. Die Natco Schweiz, mit Zentrale in Rümlang/Zürich, bietet Dienstleistungen im Bereich internationale Spedition und Logistik und gehört seit 2015 zu TGP.

 

Roehl, der in den letzten 25 Jahren in der Schifffahrts-­ und Logistikbranche u.a. für Logistikunternehmen wie Kühne + Nagel, Bolloré und Agility tätig war, hatte zuletzt seit der Gründung von Hansa Heavy Lift in 2011 bis 2016 als dessen COO und Geschäftsführer gewirkt. In seiner neuen Rolle wird sich Roehl auf die Expansionspläne von TGP in Europa konzentrieren. Roehl, der in Rümlang, seinen Sitz haben wird, übernimmt die Funktion von Günther Knotz, der über 15 Jahre Natco geleitet hat und im Jahresverlauf in den Ruhestand gehen wird.

 

«Wir freuen uns sehr, Joerg Roehl an Bord zu begrüssen», sagte Colin Charnock, Group Managing Director TGP, der für den Ausbau seines Hauses insbesondere in der Schweiz, Deutschland, Italien und Zentraleuropa Chancen sieht. Mit Roehl führte das ITJ ein Gespräch anlässlich seines Starts.

 

Natco hat sich auf eine definierte Zielgruppe spezialisiert. In welchen Segmenten sehen Sie Expansionsmöglichkeiten?   Unsere Expansionspläne zielen weniger darauf ab, in neue Segmente einzusteigen, in denen wir vielleicht weniger Expertise als in unseren Kerngeschäften aufweisen. Vielmehr ist es uns wichtig, auch in Zukunft effizientes Management für Projektlogistik anzubieten, und zwar unabhängig vom Umfang des Projekts und von der Grösse unseres Auftrag- gebers. Aus diesem Grund fokussieren wir uns darauf, unsere Präsenz in Europa weiter auszubauen.

 

Das TGP-Netzwerk bietet zusätzliche Potenziale. Wie lässt sich die Zusammenarbeit vertiefen? Welche Vorteile erwachsen dem Kunden daraus?

Natco Schweiz gehört ja bereits seit 2015 zur TGP-Gruppe. Seit Beginn dieser Partnerschaft ist viel im Hinblick auf Integration und der Hebung von Synergien passiert. Natco gehört zu einer der stärksten operativen Einheiten innerhalb der Gruppe, wobei es noch erhebliches Potenzial zur Entwicklung des Geschäfts im Mittleren Osten und in Osteuropa gibt. Die Vorteile für unsere Kunden liegen klar auf der Hand: Sie profitieren sowohl von der Erreichbarkeit und Erweiterung unseres Netzwerkes als auch von der Flexibilität, die wir mit unseren Projektteams rund um die Welt haben.

 

Welche Rolle spielt die Standardisierung der Prozesse im Rahmen der Projektlogistik, z.B. Trace-Zertifizierung?

Wann immer sich Prozesse standardisieren lassen, setzen wir diese Praxis bestmöglich um. Wir sind natürlich gemäss den Normen ISO 9001, ISO 14001 und ISO 18001 zertifiziert. Ich möchte allerdings betonen, dass wir uns nicht als Anbieter von standardisierten Produkten verstehen. Im Gegenteil! Natco hat sich als Unternehmen etabliert, das sehr beweglich ist und jedem Kunden genau das bietet, was für seine jeweiligen Ansprüche am besten passt. Massgeschneiderte Transportlösungen sind das Schlüsselwort, nicht Standardisierung.

 

Gewinnt der BB/HL-Markt in der Schweiz an Fahrt? Welche Anzeichen der Erholung sehen Sie weltweit?

In der Schweiz lässt sich derzeit allenfalls eine leichte Entspannung bemerken. Von einem deutlichen Aufschwung können wir allerdings leider noch nicht sprechen, und es ist schwierig vorherzusagen, wann sich diese Situation ändern wird. Weltweit sieht das allerdings schon etwas anders aus. Insbesondere die angrenzenden Märkte in Deutschland und Italien sind momentan wieder spannend, aber auch Osteuropa gewinnt an Fahrt. Und aus diesem Grund schauen wir über den Tellerrand heraus und steigen stärker in neue Märkte ein.

 

Das TGP-Netzwerk wird 2018 sein 30-jähriges Jubiläum begehen. Welche Ziele setzen Sie sich für die Zukunft?

TGPs Akquisition von Natco Schweiz war ein durchschlagender Erfolg, der für beide Unternehmen von grossem Vorteil war. Natco hat durch diesen Schritt Zugang zu einem weltweiten Netzwerk gewonnen, während TGP nun von einer starken Organisation im Herzen Europas profitiert. Diese Erfahrung gibt uns Auftrieb für weitere Akquisitionen. Wir werden jedoch auch weiterhin organisch wachsen, wie es bis vor dem Erwerb Natcos unser präferierter Weg war. Wenn wir aber einmal vom Thema Wachstum absehen, dann ist es uns vor allem wichtig, unabhängig zu bleiben und uns vollkommen den Aktivitäten im Bereich Breakbulk und Schwergutladung und massgeschneiderten Logistiklösungen zu widmen. Mit dieser Strategie sind wir in der Vergangenheit sehr gut gefahren und ich bin überzeugt davon, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird.  

 

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