Heavylift / Breakbulk

  • Auf den vier Montagelinien werden die Stapler zusammengesetzt.

18.05.2018 Von: Marco Wölfli


EPC
Artikel Nummer: 23290

Es geht stets aufwärts

Combilift feiert Jubiläum und eröffnet eine neue Fabrik. Der einstige Kleinproduzent von Staplern gehört heute zu den grössten Anbietern und will weiter wachsen. Ein Augenschein vor Ort.


Steht die irische Wirtschaft im Fokus, geht es meist um die multinationalen Konzerne, die die grüne Insel aufgrund ihres milden Steuerklimas schätzen. Diese Praxis sorgt in anderen Ländern jedoch auch für Kritik, da ihnen Steuereinnahmen der grossen Firmen entgehen. Erfolgsgeschichten aus der irischen Wirtschaft sind also hochwillkommen und bieten besonders der Politik eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass das Land mehr zu bieten hat als die gescholtenen Google, Microsoft und Co.

 

Ein solcher «Leuchtturm» ist Combilift. Das Unternehmen produziert Gabelstapler, Seitenstapler und Portalhubwagen für schwere Güter. Combilift tut dies äusserst erfolgreich. 1998 gründeten Martin McVicar und Robert Moffett das Unternehmen und konzentrierten sich auf eine Nische – Stapler für lange Güter. «Der erste Kunde kaufte bei uns einen Stapler nur aufgrund einer Skizze», erzählt Geschäftsführer McVicar. Danach ging es aber rasant vorwärts und Combilift setzte von Beginn an auf die globalen Märkte. So absolvierte McVicar sogar während seiner Hochzeitsreise in der Karibik Besuche bei potenziellen Kunden. Mit dem Resultat, dass Combilift-Produkte heute auch in Antigua zu finden sind.

 

 

Neubau für 50 Mio. EUR

Heute sind die Stapler und Hebe-Maschinen des Unternehmens in 85 Ländern im Einsatz, und Combilift hat insgesamt 40 000 Stück verkauft. Mit dem Erreichten geben sich McVicar und seine mittlerweile 550 Angestellten aber nicht zufrieden. Am Firmensitz in Monaghan, nahe an der Grenze zu Nordirland, hat Combilift eine neue Produktionsstätte gebaut. Mit einer Fläche von 46 000 m² ist es die zweitgrösste Fabrik unter einem Dach in Irland. Combilift investierte rund 50 Mio. EUR in den Bau und feierte Ende April sowohl die Eröffnung wie auch das 20 Jahre-Jubiläum mit einem rauschenden Fest.

 

 

Warme Worte von den Ministern

Wie eingangs erwähnt, lassen sich die Politiker Irlands besonders gerne von solchen einheimischen Erfolgsgeschichten begeistern. Daher beehrten sowohl Premierminister Leo Varadkar wie auch Wirtschaftsministerin Heather Humphreys die Feier. Letztere ist in der Region aufgewachsen und ist dementsprechend stolz auf das Unternehmen: «Combilift ist der beste Beweis, dass man für Welterfolg nicht in einer Metropole zu Hause sein muss.» Auch von Premierminister Varadkar gab es viel Lob und mit einem Seitenhieb auf die Brexit-Verhandlungen hob er hervor, dass zahlreiche Combilift-Angestellten Grenzgänger aus Nordirland seien und diese auch künftig ohne Hindernisse nach Irland kommen müssen.

 

 

Die Krise als Bewährungsprobe

Dass das Unternehmen sein Jubiläum derart üppig mit rund 350 Gästen zelebriert, hat auch damit zu tun, dass es zum 10. Geburtstag wenig zum Feiern gab. 2008 traf die Wirtschaftskrise Irland mit voller Wucht und auch Combilift litt darunter. Bis dahin konzentrierten sich McVicar und Moffett hauptsächlich auf Seitenstapler für lange Güter, doch aufgrund schrumpfender Auftragslage sah sich das Unternehmen zur Diversifizierung gezwungen. Zuerst kamen sogenannte Schmalgangstapler dazu, die in Warenlager mit wenig Platz zum Einsatz kommen. Danach setzte Combilift zunehmend auf schwere Lasten und entwickelte Portalkrane, die Güter bis zu 35 t bewegen. In den letzten Jahren wurde das Portfolio zunehmend mit handgeführten Staplern erweitert.

 

Mit der neuen Fabrik will Combilift die Produktion in den nächsten fünf Jahren verdoppeln und 200 zusätzliche Mitarbeiter einstellen. Die Fabrik verfügt über vier 90 m lange Montagelinien für die verschiedenen Stapler, die alle 15 Minuten einen fertigen Stapler vom Band lassen. Insgesamt will Combilift pro Jahr 10 000 Stapler produzieren.

 

 

Saudi-Arabien als Wachstumsmarkt

Grosses Potenzial sieht McVicar bei Staplern für Kühllager: «Unsere Produkte können sich auf engem Raum bewegen und Platz ist in Kühllagern aufgrund der hohen Kosten Mangelware.» Bei den Märkten steht momentan Saudi-Arabien besonders im Fokus, erklärt der Geschäftsführer. Dort entstünden viele Lager, insbesondere im Lebensmittelbereich, die Bedarf nach Gabelstaplern haben. Die Combilift-Ambitionen sind also ungebrochen und derzeit spricht vieles dafür, dass das Unternehmen bis zum nächsten runden Geburtstag nochmals einen grossen Sprung nach vorne macht, wobei dieser dank den Staplern wohl eher in die Höhe geht.

 

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