Heavylift / Breakbulk

  • Sehr aktiv ist Holleman rund um Windkraftanlagen.

05.11.2014 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 8070

Holleman hält Schritt

Die 1997 mit der traditionsreichen Holleman Holding BV als Mehrheitseigner gegründete rumänische Schwergutspezialistin hat einen langen Weg durch Ost- und Zentraleuropa zurückgelegt. An ihrem Steuer sitzt immer noch George Nita, der vor zehn Jahren die niederländischen Anteile kaufte und einen deutschen Investor fand. Zu seinem weiteren Kurs befragte ihn ITJ-Redaktor Andreas Haug.


Herr Nita, was genau macht Holleman?

Unser Hauptgeschäft sind schwere und übergrosse Transporte. Wir sind für die Industrie tätig und helfen etwa bei Umzügen oder bei der Installation von Windkraftwerken. Ausserdem leisten wir diverse Lkw-Dienste.

 

Bitte nennen Sie ein paar Zahlen zur Geschäftsentwicklung.

In all diesen Segmenten beschäftigen wir in Rumänien mehr als 200 Mitarbeitende und erzielen einen Jahresumsatz von 20 Mio. EUR. Allein in Rumänien betreiben wir einen Fuhrpark von 76 Lkw mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften.

 

Und über Rumänien hinaus: Wie international ist Ihre Gruppe heute aufgestellt?

Die Holleman-Gruppe ist eine rumänisch-deutsche Gesellschaft, an der wir und die P. Schwandner Logistik + Transport GmbH jeweils 50% halten. Unser Sitz ist in Rumänien, aber wir haben auch eine 2006 in Bulgarien (Holleman Bulgaria O.O.D.) und eine 2007 in Moldawien (Holleman East Srl.) gegründete Landesgesellschaft. 2008 kamen mit Holleman Transport D.O.O. in Serbien, Holleman Special Transport Hungary und Holleman Ukraine SLL drei weitere hinzu. Darüber hinaus sind wir weltweit vernetzt in Bündnissen wie GPLN, THLG, WWPC und CEE.

 

Das sind nicht unbedingt «einfache» Märkte. Wie entwickelt sich Ihr Geschäft in den einzelnen Ländern?

Wir sind Marktführer in Rumänien, Bulgarien, Serbien und in der Ukraine.

 

Gerade in der Ukraine ist die derzeitige Lage doch sicher etwas heikel...

Die Vorgänge dort haben das Geschäft negativ beeinflusst. 2013 machte unsere ukrainische Niederlassung mit dem Transport von 39 Windturbinen mit 54 m langen Rotorblättern und 105 m langen Turmsektionen von sich reden. Dieses Jahr ist das Leben hart. Doch obwohl es weniger Waren zu transportieren gab, versuchen wir, die gegenwärtige Firmenstruktur beizubehalten. Wir hoffen, dass sich die Situation verbessert und sich die wirtschaftlichen Ergebnisse stabilisieren.

 

Warum sollte ein Interessent Ihnen den Vorzug vor einem Mitbewerber geben?

Wir schätzen uns glücklich, in den Ländern, in denen wir aktiv sind, Marktführer für übergrosse und -schwere Transporte zu sein. Aber um diesen Rang zu halten, müssen wir weiter hart arbeiten. Bestandskunden, die wir langfristig binden wollen, bieten wir volle Transparenz und Flexibilität bei unseren Diensten, eine faire Preisgestaltung in Bezug auf die Servicequalität sowie Professionalität und einen hohen Standard in der Kommunikation.

 

Wo sehen Sie Wachstumspotenzial für Ihr Geschäft – rein organisch oder auch durch Zukäufe?

Wir handeln in beide Richtungen. Dieses Jahr etwa haben wir das Feld der Getreidetransporte betreten, indem wir zehn neue spezielle Lkw gekauft und in Betrieb genommen haben. Wir analysieren, ob der schwerere oder leichtere Transport mehr Gewinn verspricht, und tätigen auf dieser Grundlage unsere Investitionen. Ein Teil der Entscheidung wird von den Abgasnormen beeinflusst: In den meisten Ländern Europas ist der Betrieb älterer Lkw teurer, und wir müssen unsere hohen Standards wahren.

 

Sie selbst sind erst mit 29 Jahren in die Branche gekommen und waren vorher Offizier in der Armee. Was reizt Sie speziell am Schwerguttransport?

Die Tragweite der internationalen Projekte. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass wir zwei in Westeuropa basierte Teams haben, die 2 bis 3 MW starke Windturbinen auf dem Festland montieren. Dies ist eine interessante Tätigkeit, die wir unseren Kunden aus der Windkraftindustrie ebenfalls anbieten können. Sie erfordert ein hohes Niveau in technischer Hinsicht und was die Sicherheit betrifft.

Ausserdem möchte ich unsere Leistungsfähigkeit im Industriehandling unterstreichen. Bei der Positionierung von Transformatoren, Generatoren o.ä. kommen unsere Portalkrane zum Einsatz, die bis zu 1000 t Hebekraft haben.

 

Herr Nita, vielen Dank für dieses Gespräch.

 

 

 

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