Heavylift / Breakbulk

  • Ein 120 t schwerer Fisch am Kukla-Haken.

22.03.2017 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 18337

Multimodales Kulturprojekt

Zwei alte Eisen hat die Spedition Robert Kukla kürzlich zusammengebracht. Ein Schiff, das bisher auf einem oberbayerischen See Ausflügler bewegt hat, soll künftig auf einer sonst ungenutzten Eisenbahnbrücke im Münchner Süden als Kulturstätte dienen.


 

Die Zeit der Dampfschiffe ist zwar vorbei, aber als technisches Denkmal oder kulturelle Kulisse können die sanften Riesen heute noch durchaus dienen. So hat die MS Utting rund 70 Jahre zuverlässig und treu Touristen über den Ammersee südwestlich von München geschippert. Dass sie nach ihrer Stilllegung der drohenden Verschrottung entging und bald ein zweites Leben führen darf, verdankt sie dem Verein Wannda, der sich in München mit einem mobilen Kultur-Zirkus einen Namen gemacht hat. Die MS Utting will er nun in einen Veranstaltungsort für Kultur-Events mit Bewirtungsangebot umbauen – und zwar auf einer ausrangierten Eisenbahnbrücke. Bei der Aktion wurde Wannda von der Spedition Robert Kukla unterstützt, die ganz in der Nähe der Brücke beheimatet ist.

 

In der Nacht auf den 22. Februar wurde der in zwei Teilen zerlegte, fast 40 m lange Dampfer den 50 km langen Weg auf der Strasse nach München bewegt. Abbau und Transport des 120 t schweren Schiffs erforderten nicht nur Taucher und Krane, sondern auch zwei Spezialfahrzeuge, die das Oberdeck und den Rumpf des Schiffes aufluden. Damit der Gigant dann per Kran am Bestimmungsort auf den Schienen abgesetzt werden konnte, mussten Strassen gesperrt, Laternen abgehängt und Ampeln umgelegt werden.

 

Nachhaltige Nutzung mit Symbolwert

Kukla-Geschäftsführer Knut Sander war von der Idee der Kulturmacher sofort begeistert und unterstützte sie auch finanziell: «Hier ging man wirklich ohne Schubladendenken vor, um mit viel Mut mehrere Verkehrsträger auf originelle, sinnvolle und nachhaltige Weise miteinander zu kombinieren», betont Sander, dessen Unternehmen sich u.a. auf multimodale Verkehre spezialisiert hat. Aussergewöhnliche Konzepte und Ideen in den Bereichen Logistik, Kunst und Kultur würden bei dem 1941 gegründeten Unternehmen «immer auf offene Ohren» treffen.

 

«Das einzigartige Kulturprojekt thematisiert die Bedeutung multimodaler Transporte und ist zugleich Begegnungsstätte und Kommunikationsplattform», so Sander weiter. Darüber hinaus handele es sich hier um ein sehr nachhaltiges Konzept mit voraussichtlich langer Nutzungsdauer, das ein ausrangiertes Schiff vor der Verschrottung bewahre.      

 

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