Heavylift / Breakbulk

  • Sebastian Zalaya von Plate Trade.

18.04.2017 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 18696

Neue Chancen

Lateinamerika ist wieder auf dem Vormarsch. Wie die Projektlogistiker die Chancen im sich liberalisierenden Argentinien einschätzen, erläuterte uns Sebastian Zalaya, Geschäftsführer von Plate Trade, im Gespräch.


 

«Nach zwölf Jahren Protektionismus öffnet sich Argentinien wieder der Welt über eine langfristig angelegte Wirtschafts- politik,» sagt Sebastian Zalaya im Gespräch mit dem ITJ, «die Hürden für ausländische Investitionen werden fallen.» Der Geschäftsführer von Plate Trade mit Hauptsitz in Buenos Aires sitzt an der Quelle und sieht für die Projektlogistik vor Ort gute Zeiten anbrechen.

 

Branchen im Aufwind

In der Energiepolitik soll der Renov-Plan – getrieben vom Pariser Klimaabkommen – den Anteil erneuerbarer Energien in Argentinien bis 2025 von heute 2% auf 20% steigern. In einer ersten Runde wurden von der Regierung 17 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 1,8 Mrd. USD für Anlagen von Windkraft, Photovoltaik und Biomasse vergeben.

 

In Bezug auf die Infrastruktur sieht der argentinische Verkehrsplan 2016–2019 Investitionen von mehr als 33 Mrd. USD vor, die in die Fortentwicklung nicht nur des Eisenbahnnetzes und der Güterbahnen, sondern auch der Häfen und Flughäfen fliessen. Der Infrastrukturplan wird bis 2027 durch mehr Investitionen ins nationale Strassennetz erweitert, die 11 400 km Autobahnen, 13 000 km «sichere Strecken» und 15 600 km Strecken «im Bestzustand» umfassen werden. Und bis 2035 wird es ein langfristiger Plan ermöglichen, das Schienengüternetz mit einer Investition von 15 Mrd. USD zu vervollständigen. «Argentinien hat eines der grössten Eisenbahnnetze der Welt, das auch den Zugang zu den Häfen wie zu den Produktionsgebieten erleichtert», so Zalaya.

 

Unkonventionelle Ressourcen

Eine Investition von 2 Mrd. USD ist allein für das laufende Jahr im Segment des Ölschiefers vorgesehen. «Im Öl- & Gas-Sektor will Argentinien wieder zum Exporteur werden», erläutert Zalaya. Desgleichen soll der Abbau der bedeutenden Vorkommen von Gold, Silber, Kupfer und Lithium forciert werden.

 

Plate Trade versteht sich in diesem Umfeld nicht nur als wichtiger Logistik-partner in Argentinien, sondern auch für die ganze Region mit eigenen Büros in Argentinien, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Zalaya sieht das Unternehmen gut aufgestellt, da sich Erfahrungen im Projektgüterverkehr auch für internationale Kunden, «z.B. von Zement- und Ölwerken sowie Eisenbahnmaterial», mit Exportabwicklung für Reis, Weizen, Mais oder Gerste verbinden.

 

Profil mit Binnenschiffen erweitert

Eine Investition des Unternehmens zeigt besonders das Vertrauen in die Erholung des argentinischen Marktes. Zalaya: «Wir haben Fluvialmar von einem argentinischen Reeder gekauft, um uns in der Binnenschifffahrt zwischen Argentinien und Brasilien, aber auch im Flusstransport in Richtung der argentinischen Küste zu positionieren.» Ein gutes Netzwerk mit den führenden regionalen Unternehmen der Stahl-, Bau-und Öl & Gas-Industrie kommt hinzu.

 

«Als Mitglied des Netzwerks WWPC können wir auf ein globales Konsortium von Agenten der Projektfracht zurückgreifen», so Zalaya. Laut Weltbank wird Argentinien das Land mit dem grössten Wirtschaftswachstum der Region – die Chancen sind gegeben.  

 

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