Heavylift / Breakbulk

  • Oleg Orlov erwartet für Antonov Airlines ein starkes Jahr 2018.

24.08.2018 Von: Christian Doepgen


EPC
Artikel Nummer: 24125

«Neue Situation, mehr Geschäft»

Eine veränderte Lage kann neue Impulse bringen. Voller Optimismus über die Geschäftsentwicklung sprach Oleg Orlov, Vice President von Antonov Airlines, auf der Break Bulk-Messe in Bremen mit Christian Doepgen.


Herr Orlov, die Profilierung von Antonov Airlines nach dem Ende der Kooperation mit Volga Dnepr und von Ruslan Salis läuft seit Beginn diesen Jahres offiziell. Wie läuft der Neustart?

Wir befinden uns in einer neuen Situation – die Antonov neue Möglichkeiten eröffnet. Nach der Auflösung des Joint Ventures haben wir über eine strategische Partnerschaft mit Dreamlifts Limited den britischen Hauptsitz am Flughafen London-Stansted gegründet. Das Schlüsselpersonal ist uns geblieben, der Übergang geschafft. Neben dem zivilen Geschäft können wir jetzt auch den militärischen Arm mit dem «Strategic Airlift International Solution» (Salis) exklusiv weiterentwickeln.

 

 

Wie laufen die Geschäfte aktuell?

Nach dem Tief in 2016 haben wir im Jahr 2017 einen deutlichen Aufschwung erlebt – und bisher ein noch besseres 2018! Wir haben 2017 einen Umsatzzuwachs von 81% gegenüber 2016 verzeichnet, die Zahlen sind von Januar bis Mai 2018 um 42% gestiegen. Wir gehen von einer starken Leistung bis Ende des Jahres aus.

 

 

Verraten Sie mir das Erfolgsrezept?

Antonov arbeitet bei seinem Modernisierungsprogramm mit westlichen Lieferanten zusammen. In diesem Rahmen haben wir die Nutzlast von zwei unserer AN-124-Flugzeugzellen von 120 auf 150 t erhöht und werden diese Massnahme zu gegebener Zeit auf die anderen fünf Flugzeugzellen ausweiten. Daneben bauen wir unsere internationale Präsenz aus.

 

 

Sie meinen die Eröffnung der US-Präsenz in Houston?

Genau. Das war ein wichtiger Schritt für Antonov Airlines im vergangenen Mai, die Ergebnisse auf dem US-amerikanischen Markt seitdem sind ermutigend. Unsere verstärkte Marktabdeckung weckt grosse Erwartungen. Daneben stehen aber auch China und der Mittlere Osten ganz oben auf unserer Agenda.

 

 

China: Sprechen Sie von der AN-225-Kooperation?

Dies wurde diskutiert, aber unser Fokus lag zuletzt auf der Ernennung eines GSA, der uns auf dem chinesischen Markt repräsentieren wird. Wir mussten den Boden mit Verhandlungen über fast ein Jahr vorbereiten, aber jetzt sind die Konditionen beidseitig festgelegt, und wir können bald damit an die Öffentlichkeit gehen.

 

 

Was haben Sie an den internen Abläufen verändert?

Wir müssen zu jeder Stunde flugbereit sein! So haben wir z.B. die Überholung von Fliegern auf ein Drei-Schicht-System umgestellt. Auf diese Weise ist eine Maschine statt nach sechs bis neun Wochen innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder einsatzbereit. Es ist unsere Aufgabe, Kunden mit unseren ca. 1500 Mitarbeitern im Service bestmögliche Dienstleistung zu bieten.