Heavylift / Breakbulk

  • Russische Fluggeräte erschliessen dem Transport neue Einsatzgebiete.

08.12.2015 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 12733

Projekte in Polargebieten

Dass Russen ein besonderes Verhältnis zu Winter und Schnee haben und erst beim Unterschreiten gewisser Minusgrade auftauen, dürfte allgemein bekannt sein. In Kombination mit ihrem Know-how in Sachen (Schwer-) Transport auf dem Luftweg kam es jetzt zu gleich zwei berichtenswerten Ereignissen.


Seit kurzem dürfte Volga-Dnepr Airlines die einzige Fluglinie der Welt sein, die wirklich auf sämtlichen sieben Kontinenten operiert. Gleichzeitig hat die Erstlandung einer IL-76TD-90VD auf einem Eisfeld in der Antarktis grosse Möglichkeiten eröffnet, um Erschliessungsprojekte auf diesem Erdteil ohne dauerhafte menschliche Besiedlung durchzuführen.

 

Die Iljuschin-Frachtmaschine absolvierte eine Reihe von Testläufen auf dem aus Blaueis gebildeten Flugplatz der Nowolasarewskaja-Station. Die ehemals sowjetische (gegründet 1951) und heute russische Forschungseinrichtung, deren höchste Einwohnerzahl im derzeitigen südlichen Sommer selten 70 übersteigt, liegt im Königin-Maud-Land ca. 80 km von der Küste entfernt.

 

Passende Transportlösung

Bei den Tests im ewigen Eis wurde die Leistungsfähigkeit des Flugzeugs überprüft und der Einsatzbereich der Schub­umkehr seiner vier Triebwerke bestimmt. Die Ergebnisse der Tests fliessen in das Flughandbuch der IL-76TD-90VD für den Betrieb auf Eis-Flugplätzen ein – die entscheidende Etappe, um die offizielle Genehmigung für Operationen auf antarktischen Flugfeldern zu erhalten. «Die Erlaubnis, in Regionen mit widrigen Witterungsbedingungen tätig zu werden, erweitert den Aktionsradius von Volga-Dnepr Airlines», erklärt Georgy Sokolov, der für das Vereinigte Königreich zuständige Verkaufsdirektor der auf überschwere und -grosse Luftfracht spezialisierten Fluglinie. Die aktive Erschliessung arktischer und antarktischer Gebiete sei in vollem Gange, so der Manager, dessen Unternehmen eine wichtige Rolle darin zu spielen gedenkt.

 

Denn wenn die IL-76TD-90VD den bestehenden und höheren Anforderungen der Icao entspreche und da sie, «was ganz besonders wichtig ist», so Sokolov, mit umweltfreundlichen Motoren ausgestattet sei, könne sie dort zu einer zuverlässigen Transportlösung für die Kunden von Volga-Dnepr werden. So sei bereits ein grosses Projekt mit Antarctic Logistics Centre International, einer südafrikanischen Fluggesllschaft, die von Kapstadt aus die Antarktis bedient, angelaufen.

 

Rotorengebrumm aus Ostsibirien

Unterdessen hat die Ulan-Ude Aviation Plant, die zu Russian Helicopters, einem Unternehmen des Staatskonzerns Rostec, gehört, die Abnahme ihres ersten Mi-8AMTSh-VA durch das russische Verteidigungsministerium gefeiert. Hinter dem technisch klingenden Kürzel verbirgt sich der erste «arktische Hubschrauber», der eigens für den Einsatz im Norden des Landes entwickelt wurde, wo er nicht nur Temperaturen von unter –40°C trotzen soll, sondern wo die Polarnacht, aussetzende Satellitensignale, unzuverlässige Funkverbindungen und die Überquerung grosser Wasserflächen zuweilen für Orientierungsschwierigkeiten sorgen.

 

«Die Erfahrungen, die wir während der Entwicklung, Herstellung und Tests im hohen Norden gesammelt haben, werden in das kommerzielle Modell dieses ‹arktischen Helikopters› integriert», kündigte Alexander Mikheev an. Für den CEO von Russian Helicopters ist das Ziel klar umrissen: «Dieses Fluggerät ist entscheidend für die Entwicklung der Transportinfrastruktur im russischen Norden, richtet sich aber auch an Firmen der Öl- und Gasindustrie, die ihre Offshore-Arbeit unterstützen.»

 

Die Lieferung des ersten Modells durch das Werk im ostsibirischen Ulan-Ude war Teil eines im Februar vereinbarten Abkommens mit dem Verteidigungsministerium in Moskau. Weitere Stellen hätten Interesse gezeigt, lässt Russian Helicopters verlauten.         

 
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