Heavylift / Breakbulk

  • Ein 1000 PS-starker Aggregat soll 2 Lkw ersetzen.

10.02.2016 Von: Rüdiger Frisch


Artikel Nummer: 13350

Kraftpakete ersetzen Lkw

Beim Transport sehr schwerer Lasten mit mehr als 2000 t ziehen und steuern oft mehrere Lkw im Verbund. Gleichzeitig müssen zwischen zwei und vier Lkw den Anhänger von hinten schieben oder abbremsen, die Wendigkeit bleibt dabei auf der Strecke. Mammoet und Scheuerle entwickeln flexibel einsetzbare, 1000 PS-starke Aggregate, die in Zukunft einige Lkw überflüssig machen sollen.


Grosse und schwere Frachten mit einem Gewicht von mehr als 2000 t können oft nur mit Hilfe mehrerer Lkw bewegt werden. Während mehrere Zugfahrzeuge den Anhänger ziehen und lenken, schieben oder bremsen die anderen Fahrzeuge die Fracht am Ende des Anhängers. Der Transport wird dadurch zwar ermöglicht, allerdings ist die Wendigkeit sehr eingeschränkt, da Zugmaschinen und Anhänger mechanisch miteinander verbunden sind.

 

An diesem Problem hat Mammoet, ein niederländisches Unternehmen gearbeitet, das sich auf den Transport von schweren und grossen Lasten spezialisiert hat. Unterstützt von der deutschen Firma Scheuerle, einem Spezialisten im Bereich Schwertransportfahrzeuge, hat es ein so genanntes TPA-System entwickelt.

 

Aggregat mit 40 t Zugkraft

Ausgangspunkt der Niederländer bei ihren Überlegungen war ein Anhänger von Scheuerle. Zentrales Element ist dabei eine so genannten Power Pack Unit (PPU), ein 1000 PS starker V12-Dieselmotor von MTU, der nach Angaben der Niederländer eine Zugkraft von 40 Tonnen hat. Diese PPU Einheit lässt sich flexibel an einem oder auch an beiden Anhängerenden montieren und sorgt für Vortrieb bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h. Eine weitere Option ist die Montage der PPU auf dem Zugfahrzeug selbst, dann kann es das Gegengewicht für die Traktion ersetzen.

 

Ist die Einheit auf dem TPA-Anhänger montiert, ersetzt der, so Mammoet, zwei Lastwagen. Dies habe eine Menge an Vorteilen. Zum einen reduziere der PPU-Einsatz die Länge des Transports, zum anderen erhöhe sich die Manövrierfähigkeit erheblich – schliesslich ist nur noch ein Lkw notwendig, um den Transporter zu ziehen und zu steuern. Mammoet verweist auch darauf, dass mit diese Lösung der Kraftstoffverbrauch sinke.

 

Für den gesamten Transport wäre bei dieser Lösung nur noch ein Fahrer notwendig, was Kommunikationsfehler zwar nicht ausschliesst, aber doch verringert. Hinzu komme, dass sich die Transportleistung durch den Einsatz mehrerer TPA Anhänger und – in Kombination mit den PPU-Einheiten – multiplizieren lässt.

 

Per Fernsteuerung zum Ziel

Ist der Zielort erreicht, lässt sich der Anhänger vom Lkw abhängen und per Fernsteuerung zum Ziel lotsen. Danach kann der Lkw den TPA im Freilauf-Modus mit einer maximalen Geschwindigkeit bis zu 80 km/h zum nächsten Einsatzort ziehen.

 

Noch in diesem Jahr will Mammoet seine Planungen realisieren und zusammen mit seinem deutschen Kooperationspartner zwei Prototypen bauen sowie erproben.

 

Sollten sich solche Anhänger tatsächlich in Zukunft durchsetzen, so könnten die vielen Lkw, die den Anhänger ziehen und schieben, bald der Vergangenheit angehören.  

 

 

 

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