Heavylift / Breakbulk

05.05.2015 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 10182

Stühlerücken unter den Top 10

Beim Transport von Mehrzweck-, Projekt- und Schwergutladung jagt normalerweise ein Superlativ das andere. Doch auch wenn die Ladung immer grösser, höher und schneller wird, die aktiv betriebene Flotte hat sich innerhalb der vergangenen Monate etwas verringert. Der niederländische Analyst Dynamar hat sich die Veränderungen unter den zehn grössten Akteuren genauer angeschaut.


Nun lässt es sich konkret beziffern: Der gefallene Ölpreis wirkt sich deutlich auf den Seetransport von Mehrzweck-, Projekt- und Schwergutladung aus. Nach Angaben eines kürzlich veröffentlichten Berichts des niederländischen Analysten Dynamar hat sich die Kapazität der in diesem Bereich aktiven Tonnage innerhalb der vergangenen zwölf Monate ab April reduziert. Die zehn grössten Betreiber von Mehrzweck-, Projekt- und Schwerguttonnage haben in diesem Monat eine Flotte von insgesamt 435 Schiffen mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren und einer Gesamttragfähigkeit von 7,2 Mio. t eingesetzt. Zum Vergleich: Das sind knapp 10% weniger als die im April 2014 gezählten 449 Schiffe, die eine Gesamttragfähigkeit von 7,9 Mio. dwt vereinten. Wie Dynamar anführt, ist der Rückgang im Tonnagevolumen ein Resultat des schwächelnden Öl- und Gasmarktes. Und nach Prognose des Analysten wird sich dieser Zustand auch so schnell nicht ändern.

 

Änderungen gab es indes in Bezug auf die Top Ten der grössten Akteure im Seetransport von Mehrzweck-, Projekt- und Schwergutladung. Hier hat Intermarine den Platz von Hansa Heavy Lift eingenommen, die in dem Ranking somit den elften Platz belegt.

 

BBC liegt vorne

Der Studie zufolge betreibt BBC derzeit das grösste Volumen an Tonnage, womit das Schifffahrtsunternehmen aus Leer (Deutschland) die chinesische Coscol vom Thron gestossen hat. Das könnte sich allerdings ändern, sobald die Neubauten aus den jeweiligen Orderbüchern angeliefert sind. Thorco, der relativ junge Zusammenschluss zwischen Clipper Projects und dem ursprünglichen Unternehmen Thorco, verzeichnete derweil einen sub- stantiellen Rückgang in seiner Flottengrösse – und zwar von noch 100 Schiffen mit einer gesamthaften Tragfähigkeit von 1 471 000 dwt in 2014 auf derzeit 75 Einheiten mit 984 000 dwt. Damit belegt das Unternehmen nun den dritten Platz im Vergleich der Mehrzweckreedereien gemessen an der Tragfähigkeit ihrer Flotte. Dass Grösse jedoch nicht alles ist, beweisen die Traditions-Reedereien Chipolbrok und Rickmers-Linie. Während die erstgenannte im Vergleich auf Platz Nummer sieben rangieren, belegt Rickmers-Linien den Rang zehn. Damit konnten beide Unternehmen ihre Position innerhalb der Top Ten verteidigen.


Auch Liniendienste vertreten

Vergleichsweise junge Akteure sind nicht weniger erfolgreich. Mit den Reedereien MACS, aktiv in Verkehren in Nordeuropa, Südafrika sowie dem US-Golf, und Swire Shipping, tätig im Fernost–Südpazifik-Verkehr, schaffen es auch Anbieter von reinen Liniendiensten auf die Rangliste. Ein anderes Konzept verfolgt indes AAL. Die in Singapur beheimatete Linie betreibt nicht nur die jüngste Flotte, sondern kombiniert darüber hinaus Dienste im Fahrtgebiet Fernost–Südpazifik mit einem separat betriebenen Trampdienst (vgl. S. 33/35).

 

Vergleicht man dieselben zehn Akteure anstatt in Bezug auf die Tragfähigkeit ihrer Schiffe in Hinblick auf die Kapazität ihrer bordeigenen Krane, so zeichnet sich ein anderes Bild. Kombiniert verfügt die Flotte im Umfang von 435 Schiffen über die Kapazität, annähernd 122 000 t an Ladung zu heben. Das sind 8% weniger als im Vorjahr. Auf den Durchschnitt heruntergebrochen, bedeutet dieses Ergebnis, dass pro Einheit 280 t gehoben werden können. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist diese Zahl konstant geblieben.

 

AAL hat stärkste Krane

Mit kumuliert 44 000 t, bzw. im Durchschnitt 340 t, bleibt BBC Chartering nach wie vor derjenige Carrier mit der grössten Leistungskraft im Vergleich zu den Konkurrenten. Die Hebekraft der Krane pro Schiff beläuft sich hier auf zwischen 120 und 900 t. Dennoch, in Bezug auf die durchschnittliche Hebekraft pro Schiff führt AAL das Ranking an. Die Krane ihrer Schiffe sind mit 600 t im Mittel am leistungsfähigsten, dabei bewegen sie sich in einem Korridor von zwischen 240 und 700 t.

 

Coscol belegt in diesem Vergleich den dritten Platz, den die chinesische Reederei von Thorco übernommen hat. Die Schiffe der Rickmers-Linie verfügen der Analyse zufolge über bordeigene Krane mit einer durchschnittlichen Hebekraft von 550 t, während Chipolbrok mit 500 t in den Ring steigt.

 

Reiner Mehrzweck

Die Analyse basiert auf der Anzahl von Schiffen im Stückgut-/Mehrzweckbereich von den zehn grössten Reedereien, die in diesem Bereich aktiv sind. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese Einheiten über bordeigene Krane verfügen oder nicht.

 

Dynamar begründet diese Auswahl damit, dass diese Schiffe den Kern der Breakbulk-Schifffahrt ausmachen. RoRo-Schiffe, Open hatch general cargo vessels (OHGC), Autotransporter und Semi-Submersibles fliessen nicht in die Analyse ein, auch wenn diese ebenfalls Breakbulk-Ladung transportieren. 

 

 

Die Ladung im Fokus

Intermarine LLC (Intermarine), Spezialist im Seetransport von Breakbulk, Schwergut und Projektladung, feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum.

Als Roger Kavanagh das Unternehmen 1990 in New Orleans (Louisiana) gründete, beruhte seine Geschäftsphilosophie vor allem auf einer Maxime: Die Ladung und der Kunde stehen im Vordergrund, wenn es darum geht, Transportlösungen anzubieten. Um das richtige Schiff für eine bestimmte Ladung zu finden, ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Transports genau zu verstehen, so seine Haltung. Alfred J.V. Stanley, President und CEO von Intermarine LLC, erklärt: «Die Vision von Roger steht nach wie vor im Zentrum unserer Aktivitäten. Aber die Branche ist mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem Pünktlichkeit, Transportinfrastruktur, Verlässlichkeit und Sicherheit Grundvoraussetzungen sind. Mit unseren «Cargo Centric Solutions», die auf den Bedürfnissen der Kunden basieren, bringen wir das unter einen Hut.»  

 

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