Heavylift / Breakbulk

  • Erfahrungen aus Verschiffungen nach Australien kommen SAL weltweit zugute.

26.02.2015 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 9353

Gelernt ist gelernt

Für die in Hamburg ansässige und zur K Line-Gruppe gehörende Schwergutreederei SAL Heavy Lift ist der Transport für Projekte in Australien seit einigen Jahren ein wichtiges Geschäftsfeld. Nachdem dort sowohl der Bergbau- als auch die Öl- und Gasbranche an Schwung verloren hat, nimmt das Unternehmen andere Regionen ins Visier. Die Erfahrungen aus Down Under kommen dabei zugute.


Aller guten Dinge sind drei. Anstatt auf nur ein einziges Pferd zu setzen, operiert die in Hamburg ansässige Schwergutreederei SAL Heavy Lift mit drei verschiedenen Geschäftsbereichen: Der Semi-Liner-Service für Schwergut, Breakbulk und Projektladung, der zwischen Fernost und Nordeuropa pendelt, ist dabei das Herzstück des Unternehmens.

 

«Mit diesem Angebot bewegen wir uns derzeit zwar in einem stark umkämpften Geschäftsumfeld», erklärt Justin Archard, Geschäftsführer Asien/Pazifik und Ozeanien bei SAL. «Dennoch ist dieser Bereich nach wie vor der Grundpfeiler unserer Aktivitäten.» Der Begriff «Semi-Liner» kommt dabei nicht von ungefähr, denn SAL kann in diesem Rahmen individuell auf Kundenanforderungen hinsichtlich Anlaufhäfen oder Abfahrtszeiten eingehen.

 

Beim zweiten Geschäftsbereich handelt es sich um den Transport von Projektladung auf speziell darauf ausgelegten Schiffen. «Dabei geht im Grunde darum, unser Unternehmen quasi in das unseres Auftraggebers zu integrieren, um ihm so eine massgeschneiderte Lösung anzubieten», illustriert Archard. «Zum Beispiel haben wir kürzlich sowohl eine LNG- als auch eine LPG-Plattform von Batam in Indonesien nach Australien transportiert und dort im Hafen installiert. Für eine Reihe von Verschiffungen haben wir über einen Zeitraum von beinahe zwei Jahren eng mit unserem Kunden zusammen gearbeitet. Die Ausführung war mit nicht ca. 15 Tagen letztlich aber relativ kurz.»

 

Darüber hinaus ist SAL im Offshore-Installationsgeschäft aktiv. Der Hauptsitz in Delft (Niederlande) operiert parallel zum Hauptsitz in Hamburg.

 

Wachstum von innen

SAL existiert in seiner derzeitigen Form seit 1980 und verzeichnete während der vergangenen Jahre ein stetiges organisches Wachstum, während der letzten fünf bis sechs aufgrund der vorherrschenden Marktbedingungen allerdings etwas langsamer als zuvor, wie Archard einräumt. 2007 wurden 50% der Firmenanteile an K Line verkauft, in 2011 ging schliesslich der verbleibende Teil an die Japaner. Seit Ende 2014 hat mit Toshio Yamazaki erstmals ein Japaner das Zepter in der Hand, nachdem der vorherige Geschäftsführer Lars Rolner das Unternehmen nach 33 Jahren verlassen hat.


Herausforderung in Down Under

In der Vergangenheit profitierte SAL insbesondere vom Öl- und Gasgeschäft in Australien, das ein wichtigen Treiber des Wirtschaftswachstums in Asien war. Doch auch wenn diese Region seit einiger Zeit einen Abschwung erlebt, die Erfahrung aus dem Transport von Ladung für die Öl- und Gas- sowie die Bergbaubranche zieht weite Kreise. «In der Vergangenheit waren etliche unserer Schiffe in Hafenbauprojekte in Australien involviert», erklärt Archard. «Dafür war es z.B. notwendig, Module auf pfahlgestützte Basiselementen zu installieren. Die Techniken, die hier zur Anwendung kamen, können auch in anderen Bereichen der Welt angewendet werden.»

 

Die Projektdurchführung klingt dabei einfacher, als sie es in der Realität war. Insbesondere die Tatsache, dass die Arbeiten in der Regel in dünn besiedelten und abgelegenen Gebieten durchgeführt werden mussten, war eine grosse Herausforderung. Dort hat man es sehr häufig mit einem Mangel an qualifizierten Fachkräften zu tun. «Daher mussten wir uns Wege einfallen lassen, um den Auftrag anders als üblicherweise zu erfüllen», verdeutlicht Archard. Modularisierung, die Konstruktion von Teilen in China und der Einsatz von speziell auf die Ladung ausgelegten Schiffen war ein Weg, wie die Schwergutreederei diese Probleme in Zusammenarbeit mit dem Kunden lösen konnte. «Jetzt ist das in der Branche ein mehr oder weniger altbekanntes Problem. Aber bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich eigentlich kaum jemand darüber Gedanken gemacht, wie man mit Projekten in solchen Teilen der Welt umgeht», stellt der Geschäftsführer fest.

 

Durch Erfahrungen wie diese ist SAL auch für kommende Projekte bestens gerüstet, da ist sich Archard sicher. Seine Kandidaten für spannende Projekte in den kommenden Jahren heissen u.a. Myanmar, Vietnam, Indien. «Hier ist noch Vieles möglich», ist er optimistisch.         

 

 

 

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