Heavylift / Breakbulk

  • Die «Fairplayer» im Einsatz.

07.03.2018 Von: Jutta Iten


Artikel Nummer: 22370

Wind und Technologie

Der Ostsee-Windpark Arkona, der 35 km nordöstlich von der deutschen Insel Rügen gebaut wird, kann voraussichtlich dank 3-D-Technik deutlich schneller als geplant in Betrieb genommen werden. Dies teilten die beiden Energiekonzerne E.ON und Statoil mit.


 

Der neue Windpark Arkona in der Ostsee, der aus 60 Windkraftanlagen mit einer Leistung von insgesamt 385 Megawatt besteht, «nimmt schneller Wind auf» als geplant, erklärten E.ON und Statoil, die in einem Joint Venture das Projekt realisieren. Grund dafür seien der erstmals in Deutschland durchgeführte Einsatz von dreidimensionalen seismischen Baugrunduntersuchungen gewesen, die wichtige Daten über die Sedimentstruktur geliefert hätten. Dadurch hätte u.a. die Benutzung eines Bohrgerätes vermieden werden können.

 

 

Jumbo Offshore: Der nächste Schritt

Jetzt kam von der Rotterdamer Jumbo- Maritime-Gruppe die Mitteilung, dass die Installation der 60 «Transition Pieces» beendet ist. Diese fungieren als Verbindungsstücke zwischen den im Ostseeboden verankerten Monopile-Fundamenten und den Türmen und Turbinen. Ausgeführt wurden diese Arbeiten von Jumbo Offshore unter einem Subkontrakt des niederländischen Baggerunternehmens Van Oord. Die 400 t schweren Einheiten wurden vom Hafen Mukran auf der Insel Rügen zur Offshoreanlage transportiert und dort montiert.

 

 

Einsatz der «Fairplayer»

Der Rotterdamer Schwergut-Spezialist Jumbo Shipping setzte dafür eines seiner Spezial-Schwergutschiffe ein, nämlich die Fairplayer. Dieses sei für die Offshore-Bedürfnisse der Energieindustrie weltweit ausgerichtet, so die Reederei.

 

Die Fairplayer verfügt über zwei Schwergutkrane mit einem Hebevermögen von 900 t, im Tandembetrieb können also 1800 t gehoben werden. Zudem ist der 144 m lange und 26,7 m breite Frachter mit einem DP2-Positionierungs-System ausgerüstet, das ihn speziell dazu befähigt, für potenzielle Arbeiten für längere Zeit an einem vorher bestimmen Standort zu verharren. Das Hauptdeck allein bietet eine grosse Arbeitsfläche von 3100 m² an. Bis zu 80 Personen können an Bord untergebracht und im Notfall auch ärztlich versorgt werden.      

 

 

Endgültige Inbetriebnahme: 2019

Die Windfarm Arkona soll ab dem nächsten Jahr rund 400 000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen. Im Vergleich mit in herkömmlichen Kraftwerken erzeugtem Strom würden pro Jahr bis zu 1,2 Mio. t Treib- hausgas-Emissionen eingespart, so E.ON und Statoil. Gemäss Aussage der Betreiber sind in das Projekt zirka 1,2 Mrd. EUR investiert worden.

 

Nach der Inbetriebnahme von Arkona ist die Essener E.ON das erste Unternehmen, das sowohl in der Nord- als auch in der Ostsee Meeres-Windfarmen betreibt. Laut E.ON sind bis zu 400 Mitarbeiter auf dem Wasser und weitere 100 Mitarbeiter an der Installation von Arkona beteiligt.

 

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