Heavylift / Breakbulk

  • Der Däne Svend Andersen ist seit 1997 Teil des Unternehmens.

18.04.2019 Von: Marco Wölfli


EPC
Artikel Nummer: 27366

Ungewisse Aussichten

BBC Chartering behauptet sich im anspruchsvollen Schwergutmarkt. CEO Svend Andersen ist überzeugt, dass der Status als Familienunternehmen Vorteile bringt und freut sich auf persönliche Begegnungen an der «Breakbulk Europe» in Bremen.


 

Der Schwergutmarkt hat mit Herausforderungen zu kämpfen. Wie geht BBC Chartering damit um?

Trotz positiven Rahmenbedingungen sendet der Markt gemischte Signale. Die Buchungsvolumina in Europa und Nordamerika entwickelten sich zuletzt verhalten. Dagegen spüren wir in Asien und Südamerika eine wachsende Nachfrage. Auf der Angebotsseite ist die Konsolidierung weiter in vollem Gang und der Wettbewerb spürbar. Wir setzen dabei auf guten Service und Vertrauen des Marktes.

 


Im letzten Jahr gab es verschiedene Umwälzungen in der Branche. Inwiefern spürt BBC Chartering Auswirkungen?

Anpassungen sind in jedem Markt eine natürliche Folge und wichtig, damit sich dieser wieder stabilisieren kann. BBC Chartering ist ein eigentümergeführtes Familienunternehmen. Die Orientierung erfolgt hier zwar auch klar an wirtschaftlichen Zielen, basiert aber weniger auf kurzfristigen Zahlen. Eine Tatsache, die im kaum planbaren, spot-orientierten Projekt- und Schwergutgeschäft von Vorteil sein kann, und der langfristigen Entwicklung dient.

 

 

Letzten Herbst lancierte BBC Chartering einen neuen Dienst zwischen dem Persischen Golf, Indien und Australien. Wie hat sich diese Linie entwickelt?

Der Dienst baut auf der regelmässigen Verschiffung von Eisenbahnwaggons nach Queensland auf. Die australische Provinz tauscht einen Grossteil ihrer Passagierzüge aus und wir fungieren als Schifffahrtsparnter dieses Projekts. Durch diese Basisladung sind wir in der Lage über einen Zeitraum von 18 Monate regelmässige Abfahrten zu organisieren, die auch vielen anderen Kunden auf dieser Handelsverbindung attraktive Verschiffungsmöglichkeiten bietet. Da wir auch auf flexible auf Hafenanläufe eingehen, ist die Resonanz sehr gut.

 


Die Weltwirtschaft kühlt sich derzeit etwas ab. Wie entwickelt sich der Schwergutmarkt im 2019?

Im Augenblick ist es schwer, weiter als zwei bis drei Monate in die Zukunft zu blicken. Beim Wachstum dominiert momentan Asien, die Region bleibt aber stark spot-orientiert. Die Windenergiebranche ist derzeit ein wichtiger Nachfragetreiber für uns, wie auch der globale Handel mit Stahlprodukten. Mittelfristig erwarten wir auch wieder Impulse durch das Öl- und Gasgeschäft.

 

 

Wie setzt sich die Flotte von BBC Chartering aktuell zusammen?

Unser Flotte reicht derzeit von 4300 DWT bis 56 000 DWT Tragfähigkeit und deckt Hebekapazitäten bis 1400 mt ab. Mit derzeit rund 2 Mio. DWT Flottenkapazität konnten wir in den ersten Monaten im Vergleich zum Vorjahr rund 20% mehr Tonnagekapazität im Markt anbieten. Damit sind wir marktführend. Die Tonnage-Produktivität war dabei leicht gestiegen, was sich positiv auswirkt.

 

 

Wie nahm der Markt das neue Angebot «BBC Yacht Transport» auf? Ist das eher Marketing oder Teil einer Diversifikationsstrategie?

Wir transportierten auch bisher schon Yachten. Neu ist allerdings, dass wir mit BBC Yacht Transport einen eigenen Verkaufskanal betreiben und Yachteigner, Manager, Hersteller und Broker einen umfassenden Service bieten. Wir sehen starkes Interesse dieses Marktes an unserem Angebot und eine Chance, in diesem Bereich eine Qualitätsmarke aufzubauen.

 

Im Mai findet in Bremen die «Breakbulk Europe» statt, für BBC Chartering quasi ein Heimspiel. Was erwarten Sie von der Messe?

In der heutigen Highspeed-Zeit geraten persönliche Kontakte schnell ins Hintertreffen. Wir wollen deshalb die direkte Begegnung in den Vordergrund rücken. Dabei ist die Messe in Bremen immer noch ein guter Treffpunkt. Zahlreiche Vertreter der Schwergut-Branche kommen nach Bremen. Die Messe istdeshalb eine gute Gelegenheit, neue Akteure kennen zu lernen und bestehende Beziehungen zu festigen. Wir freuen uns auf Bremen und darauf, möglichst viele alte und neue Bekannte zu treffen.