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  • Der Hafen Dakar (Senegal).

05.11.2014 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 8085

Viel Unsicherheit

Das Ebola-Virus entwickelt sich vor allem für eine Reihe von Ländern in Westafrika zu einem immer dramatischeren Problem. Berichte über die Auswirkungen auf die Container- schifffahrt in diesem Fahrtgebiet sind unterschiedlich.


Der Ausbruch der Ebola-Epidemie dominiert aufgrund seiner massiven Auswirkungen auf einige Länder in Westafrika nach wie vor die Schlagzeilen. Unklar ist indes, welche Folgen das Virus bislang auf Abläufe in der Containerschifffahrt von und nach Westafrika hat. Der wöchentliche Report zur aktuellen Lage der Weltgesundheitsorganisation (WHO): spricht von 13 703 Infizierten und 4920 Toten (Stand 27.10.2014). Am stärksten betroffen sind Liberia, Sierra Leone, Guinea, Nigeria, Mali und der Senegal.

 

Der dänische Analyst Seaintel will bislang «keinen signifikanten Einfluss» feststellen und führt an, dass es vielmehr nach wie vor unzureichende Hinterlandverbindungen und überlastete Häfen seien, die die grössten Probleme für den Warentransport in der Region darstellten.

 

Andere Bracheninsider sprechen jedoch davon, dass das Ladungsvolumen von und nach Liberia, Sierra Leone und Guinea um bis zu 40% eingebrochen sei. Für die Volkswirtschaften in den Ländern hat das unter Umständen dramatische Folgen.

 

Die Reaktion von Häfen auf Schiffe, die aus den betroffenen Regionen anlegen wollen, ist unterschiedlich. Nachdem die Elfenbeinküste kurzfristig sämtlichen Schiffen aus Ebola-Gebieten das Einlaufen untersagt hatte, hatte sich die Situation bei Redaktionsschluss etwas entspannt. Die Hafenbehörde Abidjan schreibt allerdings eine Gesundheitskontrolle jeder Person an Bord vor, bevor es einem Schiff die Genehmigung zum Einlaufen erteilt. Häfen in Ghana, Benin, Togo, Angola, Gabun, Namibia, der Demokratischen Republik Kongo, dem Kongo und dem Senegal verlangen von der gesamten Besatzung sowie Passagieren einen Gesundheitsfragebogen aus dem hervorgeht, welche betroffenen Länder angelaufen wurden.

 

Einige Linienreedereien haben ihren Fahrplan angepasst, um auf die Situation zu reagieren. CMA CGM beispielsweise hat Dienste, die nach Sierra Leone, Guinea oder Liberia gehen, in einer separaten Rundreise zusammengefasst. Auch Maersk Line hat seine Westafrikadienst aufgeteilt und eine separate Rundreise von Tanger eingeführt, die Monrovia (Liberia), Freetown (Sierra Leone) und Conakry (Guinea) bedient.

 

Dennoch berichten Insider davon, dass es immer öfter zu Situationen käme, in denen Mitglieder der Besatzung sich weigerten, in betroffene Regionen zu fahren.     

 

 

 

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