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  • Baumwoll-Ballen für den Transport versandbereit.

16.07.2013

Artikel Nummer: 2522

Unterwegs für das weisse Gold

Ob Jeans, Wattestäbchen oder Banknoten: Baumwolle und die Produkte, die aus ihr hergestellt werden, sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Allein für die Textilproduktion ist sie mit einem Anteil von rund 40% am Weltmarkt eine der wichtigsten Fasern. Ein Grossteil des Rohstoffs gelangt aus Zentralasien über die Handelsrouten der alten Seidenstrasse in die Welt.


Weiss, soweit das Auge reicht: Wenn im Herbst die Blühphase der Baumwolle einsetzt, quellen dicke, weiche Wattebäusche aus den Kapseln der ansonsten dürr und vertrocknet wirkenden braunen Sträucher. Ideale Bedingungen für den Anbau der Malvengewächse bietet der sogenannte Baumwollgürtel: Rund um den Äquator, etwa zwischen 35 Grad südlicher und 45 Grad nördlicher Breite, herrscht tropisches bis subtropisches Klima.

In über 70 Ländern wächst Baumwolle auf einer Gesamtackerfläche von rund 33 Mio. ha. Das entspricht in etwa der Fläche Deutschlands. Mit einer Anbaufläche von über 550 000 ha zählt Turkmenistan zu den zehn grössten Baumwollproduzenten der Welt. Pro Jahr wird rund 1 Mio. t auf turkmenischen Baumwollfeldern geerntet, im Rekordjahr 2010 waren es sogar mehr als 1,2 Mio. t. Die Produktion des Baumwollgarns, das aus den Fasern hergestellt wird, hat sich in den vergangenen 15 Jahren mehr als verachtfacht. Die rund drei Dutzend Baumwollwerke in Turkmenistan sind das ganze Jahr über aktiv. Inzwischen wird der Grossteil der Baumwolle im Inland verarbeitet, der Export des Rohstoffs ist aber nach wie vor eine wichtige Säule der turkmenischen Wirtschaft.

Erfahren im Transport von Baumwollfasern aus Turkmenistan ist der international tätige Transport- und Logistikdienstleister Militzer & Münch (M&M), der mit Standorten in der Hauptstadt Ashgabat sowie in Türkmenbasi und Balkanabat vor Ort ist. Seit ihrer Gründung vor knapp 20 Jahren ist die Landesgesellschaft M&M Militzer & Münch Turkmenistan Ltd. für das «weisse Gold» im Einsatz, wie die Baumwolle in den Anbauländern wegen ihrer grossen Bedeutung auch genannt wird. Während Projekte mit anderen Produkten – wie zum Beispiel Aluminium – ganzjährig laufen, richten sich die Aktivitäten von Militzer & Münch Turkmenistan im Bereich Baumwolle nach der Blütezeit: Die Arbeit beginnt für das Team im Oktober und dauert etwa bis April an.

 

Sensible Ware – sorgfältiges Handling

Die 35 Mitarbeitenden koordinieren und kontrollieren dann die gesamten Verlade- und Transportprozesse. Der Service beginnt bei der Abstimmung mit dem Kunden und endet mit der Auslieferung der Ware am Bestimmungsort. An den Abgangsorten erledigen Mitarbeiter die notwenigen Formalitäten und überwachen die Beladungen. Die Kunden – internationale Baumwollhändler, die die Ware direkt vom Feld einkaufen – erhalten tägliche Statusmeldungen über den Verbleib ihrer Fracht. Bei den Transporten arbeitet Militzer & Münch mit zuverlässigen Partnern zusammen.

Baumwolle ist anspruchsvoll. Wetterbedingungen, denen die Baumwolle im Anbau unterliegt, beeinflussen ihre Qualität in entscheidendem Mass: In der Vegetationsphase sind die Pflanzen extrem durstig und müssen zumeist künstlich bewässert werden. In der Blühphase hingegen benötigt Baumwolle viel Sonne und Trockenheit. Wassermangel, Frost und Fäulnis können den Ernteertrag erheblich senken.

Dass auch die vorherrschenden Bedingungen während des Transportprozesses Einfluss auf die Qualität haben können, weiss Kostas Sandalcidis, Regional Managing Director Middle East and Central Asia bei Militzer & Münch: «Die gepresste Baumwolle wird speziell verpackt, und wir achten genau darauf, dass die Ballen sauber gehalten werden. Ausserdem muss die Baumwolle trocken gelagert und transportiert werden, um Schimmel zu verhindern. Dadurch ist sie aber wiederum leicht entflammbar», sagt der 61-Jährige.

Der Transport der Baumwolle erfolgt überwiegend auf dem Landweg, per Lkw oder Bahn. Von Turkmenistan aus steuern die Fahrzeuge die für den Weitertransport bestimmten Seehäfen an. Bis vor wenigen Jahren wurde die Ware hauptsächlich über den Iran umgeschlagen, die schwierige politische Situation im Land verlangte aber nach Alternativlösungen. Heute sind vor allem die Häfen im türkischen Mersin und im lettischen Riga wichtige Drehkreuze für den Baumwolltransport. Dort wird die Ware zwischengelagert, anschlies­send in Containern verstaut, verzollt und auf Schiffe verladen. Dann tritt die Baumwolle über die Meere ihre Reise an die Endempfänger an, vornehmlich Stoff- und Textilproduzenten in China, Europa und den USA. 2012 hat das Team von Militzer & Münch Turkmenistan auf diese Weise mit über 1000 Lkw-Fahrten ein Volumen von rund 24 000 t Baumwolle transportiert.

 

Tadschikistan

In Tadschikistan zählt Baumwolle ebenfalls zu den wichtigsten Exportprodukten und damit zu den Haupttransportgütern. Nachdem sich das Erntevolumen 2012 im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt hatte, erzielte M&M auch im Land am Hindukusch zuletzt Rekordzahlen: In nur viereinhalb Monaten beförderte die tadschikische Landesgesellschaft M&M Militzer & Münch Tajikistan L.L.C. 550 Lkw-Ladungen Baumwolle und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

Die Gesellschaft eröffnete im vergangenen Jahr eine knapp 5000 m2 grosse Baumwoll-Umschlaghalle, die das gestiegene Volumen auffängt und den Export vereinfacht und beschleunigt. Der neue Baumwolle-Hub liegt im süd-tadschikischen Sarband. Hier lagert die Ware, bevor Militzer & Münch sie konsolidiert und zur Weiterverarbeitung ins Ausland transportiert. Die Baumwolle wird hauptsächlich in die türkische Hafenstadt Mersin gebracht, von wo aus sie ihre Reise nach Übersee antritt.

 

Usbekistan

Ebenfalls im Baumwollgürtel, zwischen Turkmenistan und Tadschikistan, liegt Usbekistan. Mit einem Anteil von 5% am weltweiten Volumen liegt der Binnenstaat in den Top Ten der grössten Baumwollproduzenten sogar noch vor Turkmenistan. Die Landwirtschaft trägt heute etwa 30% zum Bruttoinlandsprodukt Usbekistans bei, auf rund der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzflächen wird Baumwolle angebaut. Das weisse Gold ist ausserdem ein zentrales Kulturelement: Gemeinsam mit dem ebenfalls wichtigen Anbauprodukt Weizen umrahmt Baumwolle Usbekistans Wappen, stilisierte Darstellungen der Pflanze zieren Mauern, Häuser und Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Seit 1993, kurz nachdem das Land unabhängig wurde, ist M&M in Usbekistan vertreten und war zu Beginn hauptsächlich im Baumwollexport tätig. Nachdem die Landesgesellschaft ihr Leistungsspektrum zügig aufstockte, ist sie heute vor allem im Bereich der Schwergut- und Projektlogistik stark.

 

Auf den Spuren der Seidenstrasse

Wie in Turkmenistan und Tadschikistan laufen die Warentransporte auch in Usbekistan über die alten Routen der Seidenstrasse, die bereits in Antike und Mittelalter den wirtschaftlichen Austausch zwischen Asien und Europa ermöglichte. Usbekistan wartet jedoch mit einer Besonderheit auf: Das Land ist zusammen mit Liechtenstein weltweit der einzige Binnenstaat, der ausschliesslich von anderen Binnenstaaten umgeben ist – eine Herausforderung für den Im- und Export: Um Ware aus Usbekistan an einen Hafen am offenen Meer zu transportieren, müssen gleich zwei Landesgrenzen überwunden werden. Um den Transport- und Logistiksektor zu unterstützen hat die usbekische Regierung im Jahr 2009 die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur zu einer wirtschaftspolitischen Priorität erklärt und seitdem neue Bahntrassen gebaut und Strassen befestigt – Investitionen, von denen auch Militzer & Münch profitiert.

 

 

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