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  • Frachtraum eines A380.

16.07.2013 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 2516

IAG Cargo – Klare Zeichen aus London

380 Kabinenmitglieder bildeten am 4. Juli das Empfangskomitee für den ersten (von zwölf) A380 von British Airways. Die Einflottung des Doppel­deckers ist Teil der Flottenerneuerung der britisch-spanischen International Airlines Group, die wenige Tage vorher ihre erste B787 übernommen hatte. Wir unterhielten uns mit David Shepherd, der den weltweiten Vertrieb von IAG Cargo verantwortet.


Herr Shepherd, bei meinem letzten Besuch von IAG Cargo vor einem halben Jahr sprach Geschäftsführer Steve Gunning von einer «grossen Ungewissheit», die das Luftfrachtgeschäft belastet. Was hat sich 2013 bisher getan?

Ich denke, die Ungewissheit dauert branchenweit an, und die Markttrends ähneln jenen des letzten Jahres. Uns selbst bereitet die sehr grosse Passagiernachfrage auf der nordatlantischen Handelsroute ein ziemliches Kopfzerbrechen, da die unterflurigen Kapazitäten zwischen Europa und Nordamerika nicht zu füllen sind.

 

Mit der Übernahme der Billigfluggesellschaft Vueling aus Barcelona im Frühjahr hat IAG zwar einen grossen Schritt in Spanien gemacht, aber wie profitiert das Frachtgeschäft der britisch-spanischen Fluglinie IAG davon?

Mit diesem Schritt erweitern wir v.a. unsere Kurz- und Mittelstreckenflotte, ohne dass das Frachtvolumen dadurch besonders wachsen würde. Die bescheidenen Frachtkapazitäten von Vueling haben wir übrigens auch schon davor vermarktet.

 

Die aktuellen operativen Kennzahlen sind ja nicht so überzeugend – auch nicht bei IAG Cargo. Was wollen Sie für die Umkehrung des Trends tun?

Wir arbeiten eng mit einer ganzen Reihe von grossen Spediteuren zusammen, die dafür sorgen sollen, dass unsere unterflurigen Frachträume voll sind. Auch versuchen wir, uns breit aufzustellen, um neue Kunden zu gewinnen. So haben wir ein stärkeres Verteilungsangebot erstellt, einen einfacheren Vertriebskanal auf unserer Website eingerichtet und sind dabei, unser weites Streckennetz noch bekannter zu machen. Kurz: Wir sprechen mit mehr Interessenten als je, wozu auch kleine und mittelgrosse Spediteure gehören.

 

Die eben von IAG lancierte grosse Flottenerneuerung ist ein langfristiges Projekt, das bis 2023 angesetzt ist. Was sind Ihre kurzfristigen Pläne?

Wir vergrössern unser Netzwerk erheblich und werden im September erstmals nach Chengdu in Zentralchina fliegen. Im Dezember schliesst sich Seoul-Incheon an. Die Flottenerneuerung ist gerade bei den Langstreckenverbindungen sehr interessant für das Frachtgeschäft. Nehmen Sie nur unseren Service ins indische Hyderabad: Die B787 mit ihrem bedeutenden Frachtraum wird hier die B767 ersetzen, deren Nutzen für uns doch recht beschränkt war. Hyderabad ist ein wichtiger Pharmastandort und Zugangstor für den ostindischen Wirtschaftsraum. Weitere interessante Destinationen würden wir gerne im Orient aufnehmen.

 

Wie weit sind «Sondierungen» mit anderen, grösseren Fluglinien gediehen, von denen letztes Jahr die Rede war?

Wir sind sehr daran interessiert, mit anderen Anbietern zusammen zu arbeiten. Da sich in unseren Augen das Interline-Verfahren nicht so sehr bewährt, haben wir mit «Partner Plus» ein eigenes Konzept entwickelt, um das Maximum aus einer Kooperation herauszuholen.

 

Ist diese Partnerschaft den Mitgliedern der Oneworld-Allianz vorbehalten?

Nein, die ist davon unabhängig.

 

Wie wichtig war es, dass sich die künftig grösste Fluggesellschaft der Welt, der von American Airlines und US Airways gebildete Carrier, für die Oneworld-Mitgliedschaft entschieden hat?

Wir sehen es als gutes Zeichen, dass dieser US-Anbieter genauso wie die lateinamerikanische Latam Teil von Oneworld ist und auch Qatar Airways unserem Bündnis beitreten wird.       

 

 

www.iagcargo.com

 

 

 

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