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16.10.2012

Artikel Nummer: 40

Im Gespräch mit Oliver Evans, CCO Swiss Worldcargo Genf und Boeing bleiben Thema

Swiss Worldcargo, die Frachtdivision der Swiss International Air Lines und wie diese Teil der deutschen Lufthansa-Gruppe, ist auch im elften Jahr ihres Bestehens auf einem soliden Wachstumskurs. Zu aktuellen Entwicklungen nahm ihr «Chefpilot» kürzlich Stellung.


Herr Evans, können Sie etwas zu den jüngsten finanziellen und operativen Zahlen von Swiss Worldcargo sagen?

Die Swiss-Abteilungen, also auch Swiss Worldcargo, geben keine Ergebnisse bekannt, und bis zur offiziellen Veröffentlichung der Gruppenzahlen durch Lufthansa und Swiss (Anm. d. Red.: im März) sind wir ohnehin an eine Stillschweigepflicht gebunden.

Unsere Verkehrsleistung 2012 wurde jedoch veröffentlicht: Wir haben im Gesamtjahr unseren Ladefaktor um 0,8% gegenüber 2011 auf 79,3% erhöht, während er im Dezember mehr oder weniger unverändert war (82,3%). Dagegen stieg das in FTK gemessene Transportvolumen um 8,9% im ganzen Jahr und sogar um 10% im Dezember.

 

Im Mai nimmt die Swiss eine neue Langstreckenverbindung mit Singapur auf. Letztes Jahr sprachen Sie von einem zweiten neuen Ziel – noch eins in Asien oder eins in Nordamerika?

Nein, Singapur wird unsere einzige neue Langstreckenverbindung 2013 sein.

 

Ende 2012 hat Swiss den Standort Genf gestärkt. Warum gibt es keine neuen Langstreckenverbindungen ab hier?

Swiss Worldcargo hat in Genf ein kleines Team, das nach wie vor vom Senior Director Switzerland Adolfo Liguori geleitet wird. Für uns ist die Westschweiz eine sehr wichtige Exportregion für hochwertige Fracht. Wir sind daher sehr froh, dass Swiss ihr Engagement hier verstärkt und wir mit unseren Kunden auf die täglichen Flüge nach New York, zahlreiche Europadienste und die Strassen- und Flugverbindungen mit dem Zürcher Hub zählen können. Langstrecken können nur ab dort bestehen oder auf sehr starken Punkt-zu-Punkt-Verbindungen aufbauen, wie im Fall Genf–New York, wo die UNO, viele Banken und andere Organisationen für ein regelmässiges Volumen bei Passage und Fracht sorgen. Aus diesen Gründen wird Zürich im Fokus unserer künftigen Langstreckenstrategie bleiben.

 

Lufthansa Technik kehrt Basel womöglich den Rücken, Gerüchte sprechen von einem Rückzug von LH Cargo aus der Schweiz. Was ist da dran?

Die Schweiz ist ganz klar ein sehr wichtiger Markt für LH Cargo, und zusammen mit Swiss Worldcargo haben ihre Mitarbeitenden der LH-Gruppe zu einer starken Führungsrolle verholfen. LH Cargo ist hier, um zu bleiben.

 

Wie froh sind Sie angesichts des «Dreamliner»-Desasters, kein Boeing-Flugzeug in Ihrer Flotte zu haben?

Während ich froh bin, dass Swiss keine B787 bestellt hat und nicht den Alptraum durchlebt, der seine Betreiber derzeit in Atem hält, bleibt Boeing ein hoch achtbarer Hersteller von erstklassigen Flugzeugen, und seine Produkte können durchaus Teil einer künftigen Flottenerweiterung oder -erneuerung unserer Gesellschaft sein.  

 

 

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