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  • Mehr Durchblick auch für Geldgeber.

Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 34806

Investoren retour

Big money counts. An Investitionsmöglichkeiten fehlt es den Beteiligungsgesellschaften im derzeitigen weltweiten Geschäftsklima nicht. Etablierte wie neu gegründete Logistikunternehmen sind Teil dieses Trends, wie zwei Beispiele aus den USA zeigen.


 

 

In Zeiten der Pandemie-Massnahmen scheinen astronomische Summen und hohe Börsenkurse ebenso selbstverständlich wie der forcierte Trend zur Digitalisierung. Auch Beteiligungsgesellschaften und Investoren interessieren sich wieder mehr für die selektiv boomende Logistikbranche. Ein Schwerpunkt dafür lässt sich, und das ist keine Überraschung, u.a. mit den Unternehmen Project 44 und Seko Logistics in den USA ausmachen.

 

 

Neu 100 Mio. USD eingesammelt

Den Corona-bedingten Schub der Digitalisierung will man sich auch in der Logistikbranche nicht entgehen lassen. So konnte sich das 2014 gegründete Unternehmen Project 44, das sich vom Startup zum Mittelständler gemausert hat, als Anbieter für digitale Dienstleistungen in der Lieferkettentransparenz für Verlader und Logistikdienstleister (LSP), in einer weiteren Finanzierungsrunde 100 Mio. USD an Investorengeldern sichern.

 

Die gewonnenen Mittel werden in den Ausbau des multimodalen Carrier-Netzwerks, der so genannten «Advanced Visibility Platform», von Project 44 investiert, d.h. für den regionalen Ausbau weltweit in Nordamerika, Europa, den Nahen Osten, Afrika, Lateinamerika und Asien. Zudem sollen Gelder in Produktinnovationen, Partnerschaften und verbesserte Integrationsleistungen fliessen. Grösster Investor ist nunmehr Insight Partners, aber es sitzen auch weitere bekannte weisse Engel in der ersten Reihe wie u.a. 8VC, Emergence Capital, Omidyar Technology Ventures, Sapphire Ventures, Sozo Ventures oder Underscore VC.

 

Überzeugt hat in erster Linie der rasante Ausbaukurs von Project 44. So hat das Unternehmen im Jahr 2020 global 135 Neukunden gewonnen, darunter so renommierte Firmen wie ABB, Alcon, Arcese, BSH Home Appliance, Flowserve, General Mills, Girteka Logistics, Ifco Systems GmbH, Lenovo, Magna International und Pepsico. Jett McCandless, CEO und Gründer von Project 44, sieht einen klaren Zusammenhang mit Covid-19: «Eine digitale Transformation zum besseren Verständnis und Handling von Versandverzögerungen und -status war schon vor der Pandemie wichtig; jetzt ist sie eine unternehmerische Notwendigkeit.» Bei den Investoren kommt die Botschaft auch an, denn seit seiner Gründung vor sechs Jahren hat Project 44 insgesamt 241 Mio. USD an Investitions-geldern eingeworben.

 

 

North Carolina statt New York

Einen Investorenwechsel hingegen hat Seko Logistics mit Hauptsitz in Itasca, Illinois, vollzogen. Die Greenbriar Equity Group, eine in New York ansässige Beteiligungsgesellschaft und seit 2015 Hauptaktionär von Seko, hat einen Teil ihrer Aktien verkauft, bleibt aber als Minderheitsinvestor an Bord. Die Anteile von Seko, einem global tätiger Spediteur und 3PL, gingen an Ridgemont Equity Partners, einen in Charlotte, North Carolina, ansässigen Aktieninvestor.

 

Das Kapital wird in Akquisitionen, Technologieplattformen und das Wachstum in Schlüsselregionen fliessen. Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben. Seko, 1976 gegründet und u.a. auf E-Commerce- und Gesundheitslogistik sowie Speditionsdienstleistung spezialisiert, verfügt über 120 Niederlassungen in 40 Ländern weltweit.

 

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