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  • Im russischen Fernen Osten entsteht eine LNG-Landschaft.

21.09.2018 Von: Christian Doepgen


Shipping
Artikel Nummer: 24528

Konzertierte Energiewende

Angesichts der schärferen Umweltauflagen für Treibstoffe vertraut man in der japanischen Schifffahrt auf LNG. In allen Facetten treiben v.a. die drei grossen Carrier die Entwicklung voran, u.a. in Russich-Fernost.


 

Dass LNG als Treibstoff in japanischen Augen die Zukunft gehört, zeigt sich an zahlreichen Projekten. So haben sich im Frühsommer die Carrier K Line und NYK mit Chubu Electric Power und der Toyota Tsusho Corporation zusammengefunden, um das LNG-Bunkergeschäft in Japan auf eine neue Grundlage zu stellen. Die vier Partner, seit Januar 2018 miteinander im Gespräch, haben zuletzt zwei Joint Ventures für den Betrieb von LNG-Bunkern eingerichtet, um das neue Geschäft «Ship-to-Ship Bunkering» zu fördern.

 

 

Auf LNG im russischen Fernen Osten setzen

Es wird erwartet, dass LNG aufgrund seiner niedrigen Emissionsrate von luftverschmutzenden Substanzen und Treibhausgasen eine wichtige Alternative zu Schweröl wird. Genau in dieses internationale Feld möchte nun die dritte grosse japanische Reederei, MOL, stossen. Anfang September haben deswegen MOL und die Marubeni Corporation, Tokio, ein Kooperationsabkommen mit dem japanischen Investitionsförderprogramm in Fernost (Japanese Project Promotion Vehicle oder JPPV), Wladiwostok, unterzeichnet. Das JPPV wurde gemeinsam von der Japanischen Bank für Internationale Zusammenarbeit, der Investitions- und Exportagentur für den Fernen Osten und dem Entwicklungsfonds der Baikalregion zur Förderung japanischer Investitionen in Russland im März 2018 gegründet. Die Vereinbarung zielt darauf ab, den Aufbau von LNG-Umschlagsterminals in Fernost zu erleichtern.

 

Zu diesem Zweck sind MOL und Marubeni eine Absichtserklärung mit der seit 1994 aktiven russischen Gasförder- und -vertriebsgesellschaft Pao Novatek eingegangen. Es geht zunächst darum, eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines LNG-Umschlag- und Vermarktungskomplexes vor der Halbinsel Kamtschatka zu entwickeln.

 

 

Terzett der LNG-Carrier bald komplett

Es geht aber auch auf anderer Ebene weiter. Anfang September fand die Taufzeremonie für einen Eisbrecher- und LNG-Carrier statt, der von MOL und China Cosco Shipping gemeinsam in Auftrag gegeben worden war. Der bei der südkoreanischen Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering entstandene Neubau mit einer Ladekapazität von 172 000 m³ wurde von Irina Ershova von PAO Novatek, Hauptaktionär des Yamal LNG-Projekts, zu Ehren des russischen Polarforschers und Ozeanologen Vladimir Vize genannt. Die Vladimir Vize ist ein Schwesterschiff der Vladimir Rusanov, die Ende März 2018 in Dienst gestellt wurde; ein drittes solches Schiff wird derzeit gebaut. Die Schiffe werden LNG für das Yamal-Projekt im Rahmen eines langfristigen Chartervertrags transportieren.

 

Zusätzlich werden vier konventionelle LNG-Carrier, die ebenfalls für das Yamal LNG-Projekt bestimmt sind, zwischen 2019 und 2020 fertiggestellt. MOL will mit Macht wissen, was in LNG steckt.