News

  • Schier erdrückt fühlen sich die italienischen Strassentransporteure.

18.06.2013 Von: hdj


Artikel Nummer: 2302

Alarmstimmung auf dem Stiefel

Das Datenmateriel für 2012, das der Verband Trasportounito nun vorgelegt hat, ist mehr als besorgniserregend: 5000 Firmen wurden geschlossen, 2200 Insolvenz-verfahren sind angestrengt und 8000 Arbeitsplätze stehenauf der Kippe. Für 70%der italienischen Fuhrunternehmer ist es Fünf vor Zwölf.


Einer der Gründe für die verfahrene Situation der Branche ist nach Aussage des Verbandsvorsitzenden Franco Pensiero neben den Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise die ständige Verlagerung der Nachfrage nach Osteuropa, wo im Vergleich zu Italien erhebliche Kostenvorteile herrschen. Folge davon sei, dass bereits über ein Viertel des italienischen Marktes von osteuropäischen Anbietern bedient wird. Aber von den internationalen Wettbewerbsnachteilen abgesehen macht die durch eine Vielzahl von Kleinstunternehmern geprägte Branche auch zu Hause keine «bella figura». Das bezeugen jedenfalls die vom Verband veröffentlichten Zahlen. Danach sind im Land allein 32 000 Lkw ohne Haftpflichtversicherung unterwegs. Weitere 12 000 Fahrzeuge stehen unter gerichtlicher Verwahrung und zusätzliche 18 000 sind wegen ihrer ausserordentlichen Funktion als Ersatzteillager aus dem Verkehr gezogen.

 

Nackte Zahlen sorgen für blanke Angst

Erschreckend ist auch die Situation in Sachen Verkehrssicherheit, denn 27% der Lkw entsprechen nicht den Vorschriften der Strassenverkehrsordnung, und 14% der Fahrer reisen ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Ruhepausen. Hinzu kommt, dass 7% nicht die Termine zur technischen Hauptuntersuchung einhalten und 5% das zulässige Gesamtgewicht überschreiten. Die Folge: Im Durchschnitt zwei Fahrzeuge pro Tag haben einen Unfall oder kippen auf die Seite.

Doch damit nicht genug, denn jeder Lkw mit italienischer Zulassung transportiert eine Schuldensumme von durchschnitlich 31 000 EUR mit sich. Dank der in Italien tätigen ausländischen Billiganbieter, so Trasportounito-Generalsekretär Maurizio Longo, sei die aus 103 000 Firmen bestehende Branche nur am Rande der Legalität überlebensfähig. Um auf ihre katastrophale Lage aufmerksam zu machen, sind deshalb Protestaktionen im ganzen Land geplant. Um noch besser auf die Bedürfnisse des Strassentransportgewerbes als Ganzes einzugehen, hat sich zudem Trasportounito mit dem Fachverband Fiap zusammengeschlossen.         

 

 

 

 

Mehr zum Thema