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  • Die Zukunft: Der Mann am Computer ersetzt Kapitän und Crew.

29.09.2017 Von: Jutta Iten


Shipping
Artikel Nummer: 20162

Schiffe ohne Kapitäne

Automatisierung und Digitalisierung: zwei der derzeit am häufigsten diskutierten Entwicklungen. Dies betrifft die gesamte Lieferkette, und damit natürlich die Häfen (s. S. 12 und 14), aber auch die dazu gehörenden Seerouten.


 

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde nahezu von jedermann in unserer Branche voller Überzeugung behauptet, ein Frachtschiff ohne Kapitän und seine Mannschaft würde es, wenn überhaupt, erst in ferner Zukunft geben. Es hiess jeweils, technisch sei der Einsatz derartiger Schiffe möglich und würde zudem die Transporte sicherer und effizienter machen. Ein effektiver Handlungsbedarf hatte aber offensichtlich nicht bestanden. Das hat sich jetzt geändert.

 

Als eines der ersten Unternehmen hat der britische Konzern Rolls-Royce angekündigt, bis 2020 in Zusammenarbeit mit dem finnischen Forschungszentrum VTT eine Schiffsfrachtflotte zu entwickeln, die ohne Besatzung in See stechen kann. Durch deren Einsatz würden die Transportkosten bis zu 20% sinken. Unter anderem könnten sich Piratenangriffe drastisch reduzieren, da ohne Menschen an Bord kein hohes Lösegeld zu erzielen sei. Da es bislang keine Regeln für die inter- nationale Seefahrt mit autonomen Schiffen gibt, will Rolls-Royce mit den Regierungen einiger nordeuropäischer Staaten wie Norwegen zusammenarbeiten. In deren Gewässern sollen die Schiffe getestet werden, bis es allgemein gültige Regeln und Gesetze gibt.

 

 

Vollautomatisierte Terminals

Wie schnell Visionen von einer neuen Zukunft Realität werden können, zeigt die jüngst in Rotterdam, dem grössten Trockenguthafen Europas mit seinen vollautomatisierten Terminals veranstaltete Konferenz des VDI (Verein Deutscher Ingenieure). Den Teilnehmern wurde ein branchenübergreifender Blick auf die Automatisierung und Digitalisierung von Hafen- und Industriekranen geboten. Auch hier ging man von einer höheren Produktivität und mehr Sicherheit aus. Aus diesem Grund lassen viele Häfen in aller Welt ihre Tätigkeitsabläufe so schnell wie möglich automatisieren und digitalisieren (S. 12 und 14).

 

 

Datenverwaltung der Container

Auch die Reeder schwimmen mit dem Digitalisierungsstrom. Die dänische Reederei Maersk hat kürzlich die technischen Einzelheiten ihrer gesamten Containerflotte auf die Datenbank der Nonprofit-Organisation Boxtech, die vom Bureau International des Containers (BCC) bereitgestellt wurde, geladen. Damit hält Boxtech nun Details von über 7,5 Mio. Seecontainern (30% der gesamten globalen Containerflotte). Das im Juli 2016 eingeführte System hat bereits zahllosen Verladern, Spediteuren und Terminalbetreibern bei der Weiterführung der Digitalisierung ihrer Aktivitäten geholfen. Es ist geplant, den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Mitgliedern der Lieferkette weiter zu vertiefen.

 

 

 

 

 

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