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  • Assets von Panalpina: die IT und die starke Position im Perishables-Markt.

16.04.2019 Von: Marco Wölfli


Artikel Nummer: 27352

Das Ende einer Ära

Mit der Übernahme von Panalpina durch DSV geht auch ein Stück Schweizer Logistikgeschichte zu Ende. In den Gründungsjahren gab es Parallelen zwischen den Unternehmen. Im Verlauf der Jahrzehnte verfolgte DSV die Wachstumsstrategie aber konsequenter, so dass der Kauf des Schweizer Logistikers nun eine logische Folge ist.


 

Im Mai wird es exakt 65 Jahre her sein, seit in Basel die Panalpina Holding gegründet wurde, ein Zusammenschluss verschiedener Firmen und Niederlassungen unter der Führung der Schweizerischen Reederei AG. Neugründungen und Zukäufe sorgten in der Folge dafür, dass Panalpina zu einem globalen Logistikdienstleister wuchs.

 

965 km Luftlinie nördlich dauerte es bis 1976, bis in Dänemark DSV unter ähnlichen Vorzeichen entstand. Neun unabhängige Spediteure gründeten ein gemeinsames Transportunternehmen. Allerdings erfolgte bald die Expansion ins Ausland, und DSV vergrösserte sich vor allem durch Übernahmen bis zum heutigen Logistikkonzern.

 

 

Lange Bieterschlacht um Panalpina

Nun ist Panalpina die jüngste Beute der Wachstumsjagd von DSV. Dem Kauf ging ein monatelanger Übernahmekampf voraus, und DSV wagte ein erhebliches Risiko. Nach dem verpassten Kauf von Ceva Logistics standen die Dänen unter Druck. Aufgrund der Konsolidierung der Branche verringert sich die Zahl der Kaufmöglichkeiten laufend. Schliesslich hat DSV 4,6 Mrd. CHF für das Schweizer Unternehmen aufgeworfen, und der Konzern soll künftig auch beide Namen tragen. Dieser Entscheid mag Symbolcharakter haben, zeigt aber auch, dass es selbst für die kauf­erprobten Manager von DSV keine alltägliche Übernahme war.

 

 

Jobs in Basel sind in Gefahr

Nichtsdestotrotz gibt es natürlich Mechanismen, die bei solchen Transaktionen üblich sind. DSV-CEO Jens Andersen trat am Panalpina-Hauptsitz in Basel vor die Medien und sagte: «Die Integration von Panalpina wird zwei bis drei Jahre dauern und voraussichtlich auch Jobs kosten.» Er betonte aber auch, dass der Wachstumskurs neue Mitarbeiter benötigen würde. Für die Panalpina-Angestellten bedeutet das dennoch viel Unsicherheit. Auf der Website thevoiceofpanalpina.com haben in den letzten Wochen viele Mitarbeiter ihre Verbundenheit mit ihrem Arbeitgeber kundgetan und für die Eigenständigkeit plädiert. Diese ist nun endgültig verloren. Von einem Stellenabbau dürfte auch die Zentrale in der Schweiz betroffen sein. DSV baut seinen Hauptsitz bei Kopenhagen in den nächsten Jahren aus und will einen Grossteil der Administration dort konzentrieren.