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  • Alexey Grom, CEO von UTLC.

17.04.2019 Von: Christian Doepgen


Intermodal / Strasse
Artikel Nummer: 27145

Zeit für mehr Zusammenarbeit

Die Wachstumsraten sind beträchtlich, dennoch will die eurasische Schienenallianz UTLC mehr, wie CEO Alexey Grom im Gespräch mit dem ITJ in Verona erläuterte. Anlässlich der Messe Transpotec stellte Grom zudem den neuen Index der UTLC vor (ERAI), der Nutzern digitale Informationen wie Preise, Auslastung und Laufzeit von Transporten durch Kasachstan, Russland und Weissrussland bietet.


 

 

Auf das vergangene Jahr kann die UTLC ERA, an der seit April 2018 die Russischen Eisenbahnen RZD, die kasachischen Bahnen KTZ und die weissrussische Staatsbahn BTsch zu jeweils einem Drittel beteiligt sind, zufrieden zurückblicken. Mit Blick auf den eurasischen Schienengütertransport verwies CEO Alexey Grom besonders auf die Zuwächse an Volumina. «2018 haben wir über 370 000 TEU transportiert, d.h. 35% mehr als im Vorjahr», freute er sich.

 

Dabei hat sich das Angebot deutlich ausdifferenziert. 3342 Züge verkehrten im letzten Jahr auf 57 unterschiedlichen Routen. Luft nach oben gibt es. Grom: «Die bestehende Infrastruktur der Terminals erlaubt einen Durchsatz p.a. von 1,2 Mio. TEU.»

 


Potenziale und Services

Auf Hürden wie die durch Gleisarbeiten auf polnischem Gebiet bedingte Verlangsamung der Verkehre im Sommer 2018 sieht Grom die UTLC heute besser vorbereitet: «Multimodale Lösungen sind das Gebot der Stunde.» Der Hafen Kaliningrad im russisch-polnischen Grenzgebiet kann bis zu 16 Züge am Tag abfertigen und ist durch Short Sea-Verkehre mit dem gesamten Ostseeraum verbunden. Immerhin sind hier im Dezember 2018 bereits 40 Züge gelaufen.

 

Neben Joint Ventures mit Logistik- und Technologiepartnern, u.a. mit dem Transportunternehmen Asstra, hat UTLC vor allem die Interessen der Verlader im Blick. «Der Markt braucht klare Standards», zeigt sich Grom überzeugt. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen den «Eurasian Rail Alliance Index (ERAI)» aus der Taufe gehoben. Es geht darum, den Nutzern die Tarife der eurasischen Landbrücke zwischen China und Europa, die erst im Februar 2019 erneut gesenkt wurden, auf digitale Weise in Echtzeit zur Verfügung zu stellen.

 

Dieser Preisindikator, an dessen Veröffentlichung seit 2016 gearbeitet wird, setzt sich aus zahlreichen Faktoren zusammen. Dazu gehören neben den Frachttarifen der drei Partnerbahnen u.a. die Waggonmiete, die Kosten für den Umschlag der Container in Terminals sowie Laufzeit und Geschwindigkeit auf den angebotenen Transportrouten. «Als offener Korridor wollen wir höchstmögliche Transparenz», machte Grom das neue Angebot für die Nutzer deutlich.

 

Das Ziel ist jedenfalls klar gesteckt. Im Jahr 2025 soll auf den eurasischen Routen die Marke von 1 Mio. transportierten Boxen erreicht sein.