Regionaler Fokus

  • Über den Río Paraná fliessen Güter nach Brasilien.

21.10.2015 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 12041

Kleiner Staat mit grossem Anschluss

Paraguay ist zwar ein relativ kleiner südamerikanischer Staat, profitiert jedoch von seiner geografischen Lage zwischen Brasilien im Norden und Argentinien im Süden. Insbesondere der Binnenschiffsverkehr über den Río Paraguay, Río Paraná und San Nicolás nimmt dabei stetig zu. Die deutsche Imperial Logistics International ist an dem Ausbau dieser Aktivitäten beteiligt.


Paraguay setzt beim Ausbau seiner Binnenschifffahrtsaktivitäten auf Unterstützung aus Deutschland. Die in Duisburg angesiedelte Imperial Logistics Inter­national gehört zu den jüngsten Investoren in dem südamerikanischen Land und betreibt seit Anfang 2014 mit der Tochterfirma Imperial Shipping Paraguay eine Schiffs­verbindung auf dem Rio Paraguay und Río Paraná zwischen Corumbá (Brasilien) und San Nicolás in Argentinien.

 

Unterstützung erhält die Partnerschaft auch von offizieller Seite: Der paraguay­ische Minister für Industrie und Handel Gustavo Leite sagte zu, sein Land werde deutschen Investoren gute Rahmenbedingungen bieten: «70% der paraguay­ischen Bevölkerung sind jünger als 35 Jahre – ein grosses Potenzial für Unternehmen, die Arbeitskräfte im Land suchen.» Imperial nutzt diese Tatsache für sich, und so sind sowohl Schiffsführer und Binnenschiffer Einheimische. Jeder Schubverband ist mit 14 Binnenschiffern besetzt. Ihre Schulung basiert auf der Grundlage eines deutschen Qualitäts­sicherungssystems. Bei Imperial Shipping Paraguay in Asunción arbeiten aktuell rund 150 Mitarbeiter.

 

Langfristige Perspektiven

Derzeit setzt Imperial vier Schubverbände mit je zwölf Leichtern auf den Relationen von bis zu 3000 km ein. Bis Ende 2016 soll die Flotte auf sieben Schubeinheiten mit je zwölf in Paraguay gebauten Leichtern vergrössert werden. Eisenerz, Agrarprodukte und weitere Schüttgüter gehören zu den wichtigsten Transportgütern. Langfristig sollen Container sowie Gas- und Flüssigprodukte dazukommen. Ein Rundlauf dauert etwa vier Wochen. Jeder Schubverband mit einer Länge von jeweils 280 m und einer Breite von je 50 m kann 36 000 t Ladung bewegen. Die Höhe der Investition liegt bei 130 Mio. USD.

 

Imperials Schubboote der Herkules-Reihe wurden speziell für den Einsatz auf der langen Flussstrecke mit extra grossvolumigen Tanks nachgerüstet und auf Schwergutschiffen nach Argentinien transportiert. Die benötigten Leichter kommen indes von zwei paraguayischen Werften.

 

Leite will sich indes ein eigenes Bild von der Zusammenarbeit zwischen seinem Land und Deutschland machen. Er reiste zusammen mit der paraguay­ischen Wirtschaftsmission Anfang Oktober nach Duisburg, wo er sich mit der Spitze von Imperial Logistics International traf. Während eines Kurztrips auf dem Imperial-Schubboot Franz Haniel 14 informierten sich Minister und Wirtschaftsmission bei den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM).

 

Noch viel möglich

Paraguay exportiert hauptsächlich Agrarprodukte (vor allem Soja) und importiert grösstenteils chemische Produkte, Maschinen, Fahrzeuge und -teile sowie technische Produkte aus Deutschland.

 

Der Handel zwischen den beiden Ländern hat sich in den letzten Jahren zwar positiv entwickelt, befindet sich jedoch im Vergleich mit anderen Handels­partnern weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Mit anderen Worten: Es existiert viel Potenzial zum Ausbau der Aktivitäten.      

 

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