Regionaler Fokus

  • Die von Air Partner gecharterte AN-12.

18.04.2017 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 18687

AOG in Algier

Ob Ostern oder Ramadan: Wenn ein Flugzeugtriebwerk ausfällt, gibt es keinen Ruhetag – zu teuer kommt einer Fluglinie die Situationsmeldung «Aircraft on Ground» (AOG). Das Luftfrachtcharterunternehmen Air Partner berichtet von einem solchen Sondereinsatz.


 

Am Nachmittag des 24. Dezembers letzten Jahres wurde das Frachtteam von Air Partner mit der Herausforderung AOG konfrontiert: Auf dem Houari Boumédiène-Flughafen von Algier (ALG) war ein Grossraumflugzeug blockiert, nachdem eins seiner Triebwerke ausgefallen war. Der französische Spediteur, der einen Ersatz liefern sollte, wandte sich an das internationale Charterunternehmen.

 

Trotz der unmittelbar bevorstehenden Feiertage fand Air Partner eine zeit- und kostengünstige Lösung für den Transport des 5 t schweren Geräts und organisierte die Flugrechte sowie eine spezielle Versicherung für die besondere Fracht, deren Wert mit fast 12 Mio. EUR beziffert wurde. Zunächst musste sie die 200 km lange Strecke bis zum Flughafen Paris-Vatry (XCR), ca. 150 km östlich der französischen Hauptstadt, wo eine gecharterte AN-12 bereitstand, per Lkw zurücklegen. Direkt nach der Ankunft wurde das Triebwerk in das viermotorige Flugzeug geladen und reiste weiter nach Algerien, wo sie weniger als 24 Stunden nach der Anfrage des Kunden eintraf. «Der wichtigste Faktor ist die Reaktionsgeschwindigkeit und das Ermitteln der wirtschaftlichsten Lösung für jedes spezifische Problem», schilderte Mike Hill, Director Group Freight bei Air Partner, worauf es bei Frachtchartern ankommt.

 

Linien- und Gesamtaufkommen

Nach den zuletzt von der African Airlines Association (Afraa) veröffentlichten Zahlen (2015) ist der Flughafen ALG mit einem Güteraufkommen von rund 50 000 t frachtmässig die Nummer 1 im Maghreb, aber nur auf Rang zehn, zieht man den ganzen Kontinent heran. Die im Verband organisierte Air Algérie hat 15 357 t Luftfracht befördert – weniger als Royal Air Maroc (20 146 t), aber mehr als Tunisair (6084 t).         

 

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