Regionaler Fokus

  • Emir Pineda.

21.05.2018 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 23287

Zurück mit neuen Perspektiven

Emir Pineda begann seine Karriere als Praktikant des Flughafens von Miami. Nach ca. 10 Jahren dort wechselte er für fast 20 Jahre in die Privatwirtschaft und landete vor drei Jahren wieder auf dem für Lateinamerika so wichtigen Luftfahrtstandort. Was sich der Flughafen im grenzüberschreitenden Handel ausrechnet, erläuterte er kürzlich ITJ-Redaktor Andreas Haug gegenüber in Mumbai.


Herr Pineda, was reizte Sie an einer Rückkehr an Ihre alte Wirkungsstätte?

Während meiner Abwesenheit ist viel Spannendes in der Luftfahrt überhaupt und speziell in Miami passiert. Persönlich war ich an einem Punkt angekommen, wo ich eine stabile Position mit abwechslungsreichen Aufgaben gesucht hatte. Und so wurden wir uns schnell einig.

 

 

Und jetzt trifft man Sie als Vertreter des einzigen US-Flughafens mit eigenem Stand auf der Air Cargo India.

Nun, Indien ist für uns ein strategischer Markt. Selbst ohne direkte Verbindung ist Indien der grösste regionale Handelspartner von Miami mit Waren mit einem Gewicht von 3249 t und einem Wert von 234 Mio. USD, in erster Linie als Exporteur pharmazeutischer Produkte (617 t). Dieser Industriebereich steht seit Jahren ohnehin im Zentrum unseres Interesses. Des Weiteren entsteht hier eine kaufkräftige Mittelschicht, und so erscheint es uns wichtig, heute die ersten Kontakte zu knüpfen. Wir werden morgen noch keinen Direktdienst mit Indien haben, aber in fünf oder zehn Jahren bestimmt.

 

 

Wer bewegt Fracht zwischen Asien und Miami?

Früher lief das meiste über Europa, aber mit Turkish Airlines und Qatar Airways, die beide sowohl Belly- als auch Maindeckkapazität anbieten, haben sich zwei neue Transferkanäle herausgebildet. Ansonsten haben wir vier asiatische Player: Asiana und Korean Airlines in Südkorea, China Airlines in Taiwan und Cathay Pacific in Hongkong.

 

 

Kommen wir nun zu den bereits heute wichtigen Märkten für Miami*: Im Februar hat das US-Handelsministerium der Einrichtung der Aussenhandelszone FTZ 281 auf dem Flughafengelände grünes Licht erteilt. Was hat es damit auf sich?

Die 13 km2 grosse Fläche des Flughafens ist nun ein «Magnet-Standort» für Unternehmen, die dort zu ermässigten Zollsätzen – oder ganz davon befreit – Güter einführen oder verarbeiten können. Das gibt uns Flexibilität für die Ansiedlung neuer, auf bestimmte Branchen ausgerichteter Firmen.

 

Bleiben wir im Pharma-Bereich: Beim Transit musste für Brasilien bestimmte Medizin aus Indien bisher dreimal verzollt werden – die Arznei, ihre Verpackung und der vor Ort auf Portugiesisch übersetzte Beipackzettel. Dieser Aufwand entfällt in der FTZ – und damit auch die Kosten.

 

 

Welchen Vorteil bringt die Ansiedlung der FTZ direkt auf dem Flughafen?

Der Mehrwert für mögliche Kunden sind die auf einem Flughafen herrschenden Sicherheitsstandards und keine zusätzlichen Kosten im Logistikbereich. Aber nicht jeder Handelspartner braucht das. Das Angebot richtet sich v.a. an Unternehmen in hochpreisigen Segmenten.

 

 

Haben Sie denn noch genug Platz?

Angesichts unseres Volumenwachstums um 3% auf über 2 Mio. t eine gute Frage! Als wir das Projekt vor etwa anderthalb Jahren starteten, waren tatsächlich mehr Lagerflächen vorhanden, aber wie gesagt: Wir richten uns an Kunden, die mit teuren Produkten handeln – und die benötigen häufig nicht so viel Platz.