Regionaler Fokus

  • Kühllager sollen der afrikanischen Hitze trotzen.

20.06.2016 Von: Jutta Iten


Artikel Nummer: 15118

Kühllagerung gefragt

Nach der Ernte verderben mehr als 40% der afrikanischen Agrarprodukte wie Kartoffeln, Früchte, Gemüse etc., bevor sie den Verbraucher erreichen. Dies hat die Agra und UPL bewogen, die Farmer mit einem gemeinsamen Projekt zu unterstützen.


Über 40% der leicht verderblichen Agrarprodukte verderben, bevor sie den Endverbraucher erreicht haben. Diese Verluste wirken sich nicht nur auf die jeweiligen finanziellen Erträge aus, sondern beeinträchtigen auch die Sicherheit der Nahrungsmittel für die Öffentlichkeit auf dem ganzen Kontinent.

Die «Alliance for a Green Revolution in Africa (Agra)» und der indische Chemikalien-Hersteller UPL Limited haben daher über eine Public Private Partnership die so genannte «Million Tons of Cold Storage in Africa Initiative» ins Leben gerufen. Damit wollen sie innerhalb von zehn Jahren 2 Mrd. USD aufbringen, um Kühllager-Anlagen für 1 Mio. t Güter in Afrika südlich der Sahara zu bauen.

 

Umgestaltung der Landwirtschaft

Die PPP will damit die afrikanische Landwirtschaft total umgestalten und sie auf den global üblichen Stand bringen. Geschehen soll dies durch neue Lieferketten und ein effizientes Kühllagersystem.

 

Agnes Kalibata, Präsidentin der Agra, erklärte am Rande des Weltwirschaftsforums in Afrika 2016 in Kigali, Ruanda (s. Kasten), dass die Farmer durch diese Initiative grössere Flexibilität im Anbau und in der Folge mehr Verhandlungsspielraum und schlussendlich ein grösseres Einkommen erhalten würden.

 

«Derzeit gibt es keinerlei funktionierende Kühlketten in der subsaharischen Region, die grössere Mengen von Frischprodukten bewältigen können,» erklärte Jai Shroff, CEO von UPL Limited. Die Arbeiten für drei Kühllager-Projekte, die als Beweis für den Erfolg der Initiative dienen sollen, haben bereits in Kenia, Ruanda und Uganda begonnen und sollen bis Ende 2017 betriebsbereit sein. 

 

 

WEF 2016 in Afrika

Im Zentrum des im Mai in Kigali in Ruanda abgehaltenen Weltwirtschaftsforums (WEF) 2016 stand die zunehmende Digitalisierung in den Wirtschaften von Entwicklungsländern. «Chancen und Herausforderungen für Afrika im Bereich Digitalisierung» waren denn auch die Themen, die zusammen mit den klassischen Problemen wie Bildung, Ernährungssicherung, Infrastruktur etc. behandelt wurden. Eine zentrale Frage war zudem, welche Möglichkeiten Unternehmen habe, an globalen wie auch Binnenmärkten teilzunehmen.