Regionaler Fokus

  • Auch mit der Ausstattung investiert Transnet in die Zukunft.

22.02.2017 Von: Dirk Ruppik


Artikel Nummer: 17972

Basis für Nachfrage schaffen

Die wirtschaftlich turbulenten Zeiten gehen auch an der Regenbogennation nicht vorbei. Der Geschäftsführer von Transnet Port Terminals, Karl Socikwa, sieht dennoch einen Lichtstreif am Horizont. Das staatliche Unternehmen Transnet hat bereits mit dem milliardenschweren Ausbau der Infrastruktur begonnen. Ein Zustandsbericht des ITJ-Korrespondenten Dirk Ruppik.


Südafrika geht durch keine leichte Zeit. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts fiel gemäss Weltbank in 2016 auf 0,6%. Für 2017 (1,1%) und 2018 (2%) wird aber eine leichte Erholung prognostiziert. Die Republik belegt zudem immerhin Platz 20 von 160 Ländern weltweit im Logistics Performance Index (LP) 2016 der Weltbank, der sich auf die sechs Kategorien Zoll, Infrastruktur, internationaler Versand, Logistikleistung, Sendungsverfolgung und Pünktlichkeit konzentriert. Der Ausbau der Infrastruktur – seit Jahren vernachlässigt – soll durch ein milliardenschweres Programm in die Gänge kommen.

 

Gute Aussichten auf Volumina

Die Studie «Logistics Barometer 2016» der Universität Stellenbosch ist ein wichtiger Gradmesser für die Entwicklung der Logistik (s. ITJ 7-8/2017, S. 24) im Land.

 

Für 2014 wurde ein Frachtaufkommen von 848 Mio. t (+8,4% gegenüber 2013) ermittelt. 2015 sind es nach Schätzungen 865 Mio. t und für 2016 wird aufgrund geringerer Exporte im Bergbaubereich ein Rückgang auf 856 Mio. t prognostiziert. Mehr als 80% der Ladung wird per Lkw transportiert. Auf der Schiene rollen vor allem Rohstoffe für den Export.

 

Die Logistikkosten lagen in 2014 bei 11,2% des BIP, was deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 8,6% liegt. Trotz dieser Rahmenbedingungen wird sich laut Vorhersage das Fracht- volumen Südafrikas in den nächsten 30 Jahren mehr als verdoppeln.

 

Grundlage für die Nachfrage

Aufgrund dieser Entwicklungen muss die Infrastruktur dringend ausgebaut werden. Die staatliche Transnet, die Eisenbahnen, Häfen und Pipelines betreibt, hat die Nachfrage zur Richtschnur gemacht und 2012 ihre «Market Demand Strategy» (2015–2022) veröffentlicht, mit der sie das Ziel verfolgt, «identifizierte Wachstumspotenziale innerhalb der nächsten Jahre zu nutzen.» Dazu müssen allerdings alle Engpässe beseitigt sein, die die Entwicklung Südafrikas bremsen könnten. Karl Socikwa, Geschäftsführer Transnet Port Terminals, glaubt, dass das Land nach der Krisenzeit schon bald zur wachsenden Nachfrage zurückkehren wird.

 

Es ist geplant, die bestehende Gleis-, Hafen- und Pipeline-Infrastruktur mit einem 337 Mrd. ZAR (rund 25, 3 Mrd. USD) schweren Investitionsprogramm zu erweitern, um die Kapazitäten zu erhöhen. Der Transport von Fracht soll auch in Südafrika zunehmend von der Strasse auf die Schiene verlagert werden, um Kosten und Emissionen zu reduzieren. Der Güterfluss auf dem Gleis soll deswegen von 226 000 t auf 350 000 t steigen. Für den Ausbau des Güterschienenverkehrs sind daher 211 Mrd. ZAR (ca. 16 Mrd. USD) vorgesehen. Weitere 7,6 Mrd. USD fliessen in die Erweiterung der Seehäfen und rund 1 Mrd. USD in die Entwicklung des Pipeline-Netzwerkes.

 

Das wichtigste Ziel für die Regenbogennation ist eindeutig: insgesamt sollen die Produktivität und Effizienz des gesamten Transportnetzwerkes verbessert werden, damit das Land weiterhin der führende Logistikhub in Subsahara-Afrika bleibt und seinem Konkurrenten Nigeria die Stirn bieten kann.