Regionaler Fokus

  • Flotte vergrössert, Afrika-Verbindung ausgebaut.

09.08.2017 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 19630

Linien mit Interesse

Das Aufstreben afrikanischer Absatzmärkte in verschiedenen Regionen des Kontinents führt zu mehr Interesse der Verlader und der Schifffahrtslinien, u.a. von CMA CGM und Arkas. Auch Bolloré verdichtet sein Terminal-Netzwerk – mit chinesischen Kompagnons.


 

Westafrika gehört zu den dynamischen Regionen, in denen steigender Konsum der einheimischen Verbraucher zu vermehrten Importen führt. Im Rahmen seiner Routenplanung hat jetzt die in Marseille domizilierte Reederei CMA CGM auf diese Entwicklung reagiert und ihren WAX 2 angepasst – zusätzlich zu den vier aktuell bestehenden Diensten, die Asien und Westafrika verbinden. Seit dem 31. Juli 2017 wird der WAX 2 mit einem zweiten Loop für Nigeria reaktiviert.

 

Die Schiffe mit einer Kapazität von 4250 Teu bedienen die nigerianischen Häfen Tincan und Apapa bei Lagos und erreichen dabei schnellere Transitzeiten, da sie keinen Halt in Südafrika einlegen. Eine besondere Nachfrage erwartet man auch für die Märkte in Benin und Niger. So wird Tincan bei Lagos von Nansha aus innerhalb von 33 Tagen angelaufen und Apapa in 31 Tagen, von Guangdong in 35 Tagen, von Singapur in 27 Tagen und von Laem Chabang und Jakarta in 30 Tagen. Die Hafenrotation deckt Nansha, Singa­pur, Apapa, Tincan Lagos, Cotonou,  Singapur und wieder Nansha ab.

 

Zusätzlich legen die Franzosen den Black Sea Med Express auf, der die Handelsrouten zwischen dem Schwarzen Meer, der Türkei, Algerien und Marokko bedient. Am 21. August startet in Malta der wöchentliche Dienst, der über vier Schiffe zu je 1700 Teu verfügt und zwischen Casablanca, Tanger, Malta, Odessa, Konstantza, Ambarli, Ismir, Malta und Annaba rotieren wird.

 

 

Arkas verstärkt Verbindungen

Den gleichen Aufwind spürt die türkische Arkas-Gruppe in ihren Segeln und stärkt entsprechend ihre Verbindungen nach Westafrika. Es geht einerseits um mehr angebotene Kapazität, andererseits um eine höhere Abdeckung von Häfen. Die Kooperation mit Partnern mittels Vereinbarungen zur Schiffsaufteilung (Vessel Sharing Agreement VSA) wurde dabei ausgeweitet.

 

Arkas wird hier gleich auf zwei Seiten aktiv. Zum einen erfährt der Europe Africa Service (EAS) auf der Basis einer neuen VSA mit der in Hamburg domizilierten Reederei Hapag-Lloyd eine Aufwertung. Beide Schifffahrtsgesellschaften arbeiten seit Dezember 2015 zusammen, im Wechsel als Käufer von Slots und im Schiffsbetrieb. Bedingt durch die neuen Entwicklungen und zusätzlichen Kapazitäts- anforderungen übernimmt Arkas zusätzliche Verantwortung als Betreiber eines der eingesetzten Schiffe.

 

Die Hafenrotation beginnt in Antwerpen und deckt nach Hamburg Tanger, Casablanca, Dakar, Tema, Abidjan und erneut Tanger ab, bevor wieder Antwerpen angelaufen wird. Die Arkas Line stellt dabei eines von fünf Schiffen, die M/V Vivien A mit 2478 Teu Kapazität, die am 4. September in Antwerpen den Dienst aufnimmt.

 

 

Westafrika auf dem Plan

Gleichzeitig wird der Westafrika-Service (WAS) angepasst, der – neben zusätzlicher Kapazität, die er erhält – in neuer Rotation verkehrt, die auf einem neuen VSA mit Hapag-Lloyd und CMA CGM basiert. Angelaufen werden Tanger, Algeciras, Cotonou, Apapa, Tincan, Tema und wieder Tanger. Arkas Line betreibt ab dem 25. August eines von den vier Schiffen mit 4250 Teu. Nach einjähriger Pause steht auch Apapa wieder auf dem Fahrplan, während Cotonou zum ersten Mal in der Firmengeschichte angelaufen wird. Arkas möchte über sein Feeder-Netzwerk von Tanger aus Ladungen, die aus dem Mittel- und Schwarzen Meer stammen, in die Dienste WAS und EAS einspeisen.

 

 

Terminal in Kamerun operativ

In Kamerun wiederum hat sich ein Konsortium verschiedenster Parteien gebildet, um gemeinsam einen Containerterminal zu betreiben. Im Süden des Landes, in Kribi an der Mündung des Kienkié am Golf von Guinea, haben sich CMA CGM, Bolloré Transport & Logistics und China Harbor Engineering hierzu für eine 25-jährige Konzession zusammengetan. Allerdings hat die öffentliche Hand in Kamerun sich der Mitbestimmung versichert, denn das französisch-chinesische Konsortium wird den neuen Hafen im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit dem Land Kamerun betreiben.

 

Zunächst ist jedoch die technische Ausstattung vor Ort von Belang. In den kommenden Wochen wird die Inbetriebnahme der Brücken- und Portalkränen der Anlage beginnen, die vom Reissbrett neu entstanden ist. Der Terminal wird in Kürze operativ sein.

 

 

Kribi: Ausstattung und Hinterland

An der Südküste des westafrikanischen Landes gelegen, wird der Containerterminal Kribi als Entlastung für den benachbarten Hafen von Douala, der grössten Stadt Kameruns, dienen und bietet ebenfalls einen direkten Zugang zur Bezirkshauptstadt Edéa, etwa 100 km nördlich. Weiteres Potenzial erschliesst sich aus den Verbindungen zu Binnennationen wie dem Tschad und der Zentral-afrikanischen Republik.

 

Die technischen Pläne für den Terminal sind ehrgeizig und setzen auf eine Zukunft, die von Megaschiffen bestimmt wird. Augenblicklich werden in Kribi mit einem Kai von 350 m Länge und 16 m Wassertiefe Schiffe von bis zu 8000 Teu abgefertigt werden können.

 

In einer zweiten Phase, die noch nicht bis in letzte Detail terminiert ist, wird der Terminal einen zweiten Liegeplatz von 715 m Länge erhalten. Dies ermöglicht es, Schiffe von bis zu 11 000 Teu andocken zu lassen. Der gesamte Hafenbereich würde somit eine Jahreskapazität von bis zu 1,3 Mio. Teu erreichen – vorausgesetzt, die Nachfrage und die Auslastung stimmen.    

 

 

 

 

 

 

 

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