Regionaler Fokus

  • Transport von Rotorblättern in Äthiopien durch die Steder Group.

16.01.2014 Von: Robert Altermatt


Artikel Nummer: 4549

Schwergutservices in Ostafrika

Die zu dem in Rhoon (Niederlande) ansässigen Speditions- und Logistikunternehmen Steder Group B.V. gehörende Tochtergesellschaft Steder Group FZCO ist auf Schwergut- und Projektlogistikaktivitäten in Dschibuti, Äthiopien, Kenia und im Südsudan spezialisiert.


Das Tochterunternehmen Steder Group FZCO wurde Anfang 2011 gegründet. Gerben Langstraat, Direktor des noch jungen Dienstleisters, erklärte im Gespräch mit dem ITJ: «Nach zwei Jahren an Abklärungs- und Vorbereitungsarbeiten kam der Moment, um zu handeln und eine eigenständige Firma zu gründen. Anfänglich starteten wir von unserer Basis in Dschibuti aus mit sieben Schwerlastkombinationen; nach einem Jahr verfügten wir bereits über 20 Stück. Weil derartiges Equipment früher dort nicht vorhanden war, konnten wir auch nicht gleich auf lokales Know-how zurückgreifen. So haben wir eben selber angefangen, Fahrer, Kranführer, Monteure etc. intensiv auszubilden.»

 

Grosse Herausforderungen

Die Steder Group verfügt aktuell in Ostafrika über eine Fahrzeugflotte und  Equipmentmaterial, mit dem bis zu 50 m lange Einzelteile und Einheiten mit über 300 t Gewicht transportiert werden können. Die grösste Herausforderung für das Unternehmen sei die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur in Ostafrika, so Langstraat. Ausserdem sei es anspruchsvoll, geeignetes und gut ausgebildetes Personal zu finden sowie für den Unterhalt des eigenen Equipments zu sorgen. Steder Group FZCO ist mit seinen europäischen Spezialisten sowie einheimischem Personal vor allem in Dschibuti und in Äthiopien tätig; etliche der von den Niederländern betreuten Schwergutprojekte in Ostafrika stammen von chinesischen Kunden. Erst kürzlich schlossen die Schwergutspezialisten der Steder Group FZCO einen Transportauftrag für einen Windpark mit 54 Turbinen in Äthiopien ab. Dabei wurden Rotorblätter, Türme, Maschinenhausgondeln, Fundamente sowie Container mit Einzelteilen befördert. Die  800 km lange Reise von Dschibuti zur Zieldestination in Äthiopien führte über viele bergige Passstrassen und nahm insgesamt neun Tage in Anspruch. Steigungen mit mehr als 12% stellten hohe Anforderungen an Ausrüstungsgegenstände sowie an deren Unterhalt.

Langstraat: «Der Verkehr hier in diesem Teil Afrikas ist ein grosses Problem. Es ist gefährlich, es ereignen sich viele Unfälle, kurz: Man muss grundsätzlich sehr vorsichtig sein. Die grössten Hindernisse sind Dinge, die jeden Tag passieren und die es zu bewältigen gilt wie z.B. ständig sich ändernde Strassenverhältnisse. Und natürlich hat auch die Regenzeit einen grossen Einfluss auf die Verkehrs- und Transportströme. Andererseits sind solche Herausforderungen aber auch fantastisch und haben etwas Pionierhaftes an sich.»

 

Gigantisches Staudammprojekt

Die Steder Group ist in Ostafrika an vielen Projekten mitbeteiligt, so ist das Unternehmen u.a. auch beim Bau einer riesigen Staumaueranlage engagiert. Bei diesem Grossprojekt handelt es sich um die so genannte «Grand Ethiopian Renaissance Dam»-Talsperre, eine in Bau befindliche Gewichtsstaumauer am Blauen Nil, die derzeit etwa 40 km östlich der sudanesischen Grenze in der äthiopischen Region Benishangul-Gumuz errichtet wird. Mit einer Energieleistung von 5250 MW soll das angeschlossene Wasserkraftwerk das grösste Afrikas sein, wenn es – wie geplant – 2017 fertiggestellt sein wird. Schwergutteams der Steder Group haben bei diesem Staudammprojekt in jüngerer Vergangenheit grosse Erdbewegungsgeräte vom Hafen Dschibuti zu der 1800 km entfernten Baustelle in der Nähe des Südsudans transportiert.

 

Alles aus einer Hand

Des Weiteren ist die Steder Group darauf spezialisiert, schwere Maschinen und Geräte zu den jeweiligen Baustellen zu bringen und dort mittels Hebe- und Gleitsystemen an die richtigen Positionen zu manövrieren. In diesem Zusammenhang sei die Verfügbarkeit von Kränen eminent wichtig, so Langstraat. Weil sein Unternehmen jedoch über eigenes Gerät und Equipment verfüge, sei man unabhängig und habe alles unter eigener Kontrolle, was ein unschätzbarer Vorteil sei.

Überhaupt mache die Steder Group alles selber: So ist die Firma u.a. auch für die Be- und Entladung der Schwergutschiffe im Hafen von Dschibuti zuständig; auch Unterhalt und Reparaturen werden von eigenen Spezialisten abgewickelt. Was die laufende Auftragslage betrifft, so zeigt sich Langstraat zuversichtlich: «Die Auftragsbücher sind gut gefüllt.» 

 

 

www.stedergroup.nl

 

 

 

 

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