Regionaler Fokus

  • An einem Strick ziehen.

22.06.2016 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 15173

Für Private öffnen

Dass bei Transnet etwas im Busch ist, hat die Berufung eines neuen Führungsteams für Schienengüterfracht bereits angedeutet (s. ITJ Daily vom 24.5.2016). Für den staatlichen Transport- und Logistikkonzern will die Regierung in Pretoria private Investoren zulassen.


Ganz überraschend kommt die Nachricht nicht: Nachdem über viele Jahre Transnet vor allem die Schienenfracht und die Häfen Südafrikas in den Händen hält und als unantastbar galt, soll der staatliche Konzern nunmehr für private Investoren geöffnet werden. Auf Staatspräsident Jacob Zumas Ankündigung zu Jahresbeginn folgte im April eine entsprechende Stellungnahme von Lynne Brown zu Transnet, die als Ministerin für die Staatsbetriebe zuständig ist.

 

Erstes Projekt auf dem Tisch

Die öffentliche Hand hat dabei eine Aufgabenteilung im Auge: Während Transnet ihr Engagement in den Häfen und der Schiene ausbaut, soll der Privatsektor insbesondere Containerterminals im Inneren des Landes entwickeln und finanzieren. Ein erstes Projekt hat Transnet am 1. Juni mit Tambo Springs bei Johannesburg vorgestellt, wo ein Schienengüterterminal mit einer Kapazität von 144 000 Teu bis 2019 errichtet und eine Konzession über 20 Jahre ausgeschrieben werden sollen. Ausbauoptionen sind Teil des Plans.

 

Inwieweit die Privaten dem Lockruf der Regierung folgen, ist derzeit noch unklar. Dass die Regierung mit Änderungen ernst macht, hat im April die Berufung einer neuen Führungscrew für die Bahnfracht mit Siyabonga Gama an der Spitze belegt. Ganz unumstritten sind aber die Pläne für eine Teilprivatisierung im Kabinett nicht, wie Brown einräumte. Allerdings ist der Investitionsbedarf z.B. für Grossprojekte wie den Tiefseehafen von Boegoebaai im Norden von Port Nolloth am Atlantik so gross, dass die Einbindung von Privaten von Beginn der Planungen 2014/2015 an dazu gehörte. Es bleibt aber abzuwarten, wie die Konditionen für private Investoren konkret aussehen.

 

Eigene Niederlassung

Wenig Berührungsängste gibt es im benachbarten Namibia. Hier hat GAC nach fünfzehn Jahren der Zusammenarbeit mit einem Agenten eine eigene Niederlassung in Walvis Bay gegründet.

 

Neben Öl- und Gas-Projekten zielt das Unternehmen auf den wachsenden grenzüberschreitenden Handel Südafrikas mit seinen Nachbarland ab, wie Geschäftsführer Eric Barnard in einer Stellungnahme verdeutlichte.