Regionaler Fokus

17.10.2017 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 20591

Stark anziehend

Weniger stark als befürchtet waren die Schäden, die Irma auf dem Flughafen Miami angerichtet hat. Bis zur zeitweiligen Unterbrechung seines Verkehrs war das US-Gateway für Lateinamerika unterwegs zu einem Jahresrekord. Nun hofft man auf neue Anschlüsse.


 

Lediglich – und ausgerechnet – am 11. September ging auf dem Flughafen Miami gar nichts mehr. Da hatte ihn Irma fest in der Hand, fegte allerdings «nur noch» als Sturm der Kategorie 2 über den Süden Floridas hinweg, nachdem der Hurrikan mit Rekordstärke eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte. Vollfrachter im Charter- und Liniendienst waren die ersten, die dann den Verkehr wiederaufnahmen. Und davon gibt es immer mehr auf dem Flughafen.

 

 

Nicht mehr nur regional

Seit April 2016 führt die kanadische Fluglinie KF Cargo sechs wöchentliche Charterflüge nach Bogotá, Caracas und Lima durch. Im November letzten Jahres folgte 21 Air mit genauso vielen Flügen nach Bogotá sowie einem zweimal wöchentlichen Dreiecksdienst (Panama/Guatemala), während die Chartergesellschaft Northern Air Cargo seitdem viermal pro Woche in die Karibik (San Juan, Saint Martin, Santo Domingo und Port-au-Prince) fliegt. Einen vorläufigen Abschluss setzte die mexikanische Aerounion im Dezember 2016 mit zwei wöchentlichen Flügen nach Mexiko-Stadt und Mérida, doch gleich im Februar 2017 landete der Flughafen mit Qatar Airways einen globalen Türöffner, der zweimal pro Woche über Luxemburg, São Paulo, Buenos Aires, Quito und Lüttich nach Doha fliegt. Der letzte Neuzugang ist Trans American Airlines. Der als Taca Peru bekannte Teil der Avianca Holdings fliegt seit August viermal wöchentlich mit A330-200F (Foto) nach Lima, Santiago, Bogotá, Medellin und Buenos Aires.

 

 

Peruanische Potenziale

Bis zur Hurrikansaison zeichnete sich 2017 als bestes Frachtjahr in der Geschichte des Flughafens ab. Nationale Volumina wuchsen um 8,9%, internationale um 3,2%. Davon schlugen v.a. die mexikanischen Fluglinien ein, die dreimal mehr Güter transportierten als im Vorjahr, aber auch die mittelöstlichen (+114%), europäischen (+11%) und asiatischen Anbieter (+10%) legten stark zu.

 

Mit Taca ist nun ein weiterer lateinamerikanischer Markt besser an Miami angeschlossen. Peru hat laut einer Ende September von Oxford Economics im Auftrag der Iata veröffentlichten Studie ein grosses natürliches Potenzial. Der Wert der per Luftfracht exportierten Waren lag 2014 bei 45,5 Mrd. USD, aber die Infrastruktur des Flughafens Lima hat Modernisierungsbedarf und hinkt regionalen Hubs wie Bogotá, Panama und Santiago hinterher.