Regionaler Fokus

  • Transnets Cape Town Terminal.

24.02.2016 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 13558

Investitionen in die Zukunft

Südafrika als die stärkste Volkswirtschaft des Kontinents setzt weiterhin auf Logistik und Transport als Schwungrad der Entwicklung. Auch wenn die derzeitige Rohstoffbaisse dem Land zu schaffen macht, bieten sich international wie national Chancen, so z.B. im Export nach Indien. Chinesische Geldgeber sorgen mit dafür, dass sich der Schienengüterverkehr entwickelt.


Die Richtung stimmt. Prognosen zeigen, dass die Nachfrage für den Güterverkehr in Südafrika in den nächsten 15 bis 20 Jahren zwischen 200% und 250% wachsen wird, u.a. auf dem wichtigen Vekehrskorridor zwischen der Provinz Gauteng im Norden mit Johannesburg und Westkap im Süden mit Kapstadt. Die öffentliche Hand hat diesen Trend zu einem ihrer Kernanliegen gemacht und von 2016 bis 2018 einen Betrag von ca. 813 Mrd. ZAR (50,3 Mrd. USD) für Projekte auch der internationalen Infrastruktur bereitgestellt.

 

Häfen und Schienen

Ein Projekt mit internationaler Ausrichtung ist der Bau eines neues Tiefseehafens bei Durban, der sich zur Zeit in der Planungsphase befindet.

 

Konkret umgesetzt wird die Market Demand Strategy (MDS) des staatlichen Logistikkonzerns Transnet, der als Betreiber von Häfen, Terminals und des Güterschienenverkehrs v. a. die Korridore für Kohle und Eisenerz ausbauen will. Aufgrund sinkender Rohstoffnachfrage wurden die ursprünglich geplanten Mittel von 337 Mrd. ZAR (20,9 Mrd. USD) zwar verringert, aber erst im Dezember 2015 hat die China Export Credit Insurance Corporation (Sinosure) Transnet eine  Finanzierungsgarantie von 2,5 Mrd. USD eingeräumt. Das Programm soll bis 2024 ausgeführt sein.

 

Südafrika als eines der wichtigsten Bergbauländer der Welt kann aber auch Chancen aus dem Einbruch des Rohstoffmarktes nutzen. Im Jahr 2015 ist die Rekordmenge von 75,4 Mio. t Kohle verschifft worden, davon 36 Mio. t nach Indien über den Hafen Richards Bay. Der Zuwachs beträgt 16,6% gegenüber dem Vorjahr, womit Südafrika eine durch Indonesiens geringere Produktion entstandene Lieferlücke füllt.

 

Die günstigen Frachtraten für die Verschiffung und ihre hohe thermische Qualität haben die südafrikanische Steinkohle in Indien konkurrenzfähiger gemacht. In den Ausbau des Richards Bay Coal Terminal (RBCT) werden von den privaten Anteilseignern wie Glencore und Anglo American nun ca. 1,4 Mrd. ZAR (86 Mio. USD) investiert.

 

Ergebnisse und Volumina

Die bislang vorliegenden Ergebniszahlen von Transnet für März bis September 2015 zeigen ein differenziertes Bild. So haben die Einnahmen auf 32,2 Mrd. ZAR (1,9 Mrd. USD) bzw. um 6,4% zugelegt, wozu u. a. der Container- und Autotransport mit 4,2% Plus auf 7,5 Mio. t Fracht beitrug. Die Hafenterminals verzeichneten um 11,8% gestiegene Schüttgut- und Breakbulk-Volumina.

 

Das Frachtaufkommen sank aber im Schiengüterverkehr, den Transnet in insgesamt 17 afrikanischen Ländern betreibt, um 1,8% auf gesamt 108,5 Mio. t. Weiterhin gehen nach Schätzungen der Oxford Business Group von den jährlich 734 Mio. t Fracht, die in Südafrika umgeschlagen werden, 71% über die Strasse.

 

Einsätze im Inneren

Südafrika als grosser Binnenmarkt von ca. 55 Mio. Menschen bietet seine Chancen. Erst kürzlich hat sich Imperial Fast’n Fresh den Auftrag des Nahrungsmittelproduzenten Nulaid für die Distribution in der Provinz Gauteng gesichert.

 

Das Unternehmen hat kürzlich auch humanitäre Einsätze geleistet: 350 t Wasser wurden in die von der aktuell schweren Dürre heimgesuchten Städten Senekal, Olifantshoek und Verkeerdevlei geliefert, während drei Lkw mit Tierfutter an Landwirte bei Bloemfontein gingen.