Regionaler Fokus

  • Die «Fairplayer» verfügt über zwei bordeigene Krane mit einem besonderen Windensystem.

18.11.2013 Von: Antje Veregge


Artikel Nummer: 3928

Jumbo geht in die Tiefe

Die Verlegung von Unterwasser-Pipelines gehört aufgrund den schwierigen Arbeitsbedingungen zu den interessantesten Operationen im Projektgeschäft. Der niederländische Schwergut- und Offshore Spezialist Jumbo ist an der Verlegung einer neuen Verbindung im östlichen Mittelmeer beteiligt, bei der ein integriertes Windensystem eines Spezialschiffes zum Einsatz kommt.


Der niederländische Schwergutspezialist Jumbo wird voraussichtlich ab Ende dieses Jahres in ein neues Projekt zur Installation einer Pipeline zwischen Anamur (Türkei) und Girne (Nordzypern) involviert sein. Auftraggeber ist das malaiische Bauunternehmen Sigur Ros.

Jumbo wird in diesem Zusammenhang 126 aufgefächerte Verteilungen für Schwerkraft-Anker (Anchor Spreads) unter Wasser befestigen. Das Unternehmen ist sowohl für das Projektmanagement als auch die Ausführung zuständig und wird das Material im türkischen Hafen Mersin Tasucu Seka an Bord der Fairplayer nehmen. Dieses Spezialschiff hat eine Tragfähigkeit von 12 625 dwat und verfügt über bordeigene Krane mit einer jeweiligen Hebekraft von jeweils bis zu 900 t oder 1800 t im Tandembetrieb.

Aus Mersin wird die Fairplayer in südliche Richtung fahren, um die Anker-Verteilungen in einer Wassertiefe von bis zu 1400 m einzulassen. Das zu in-stallierende Material setzt sich aus einem Schwerkraft-Anker mit einem Gewicht von ca. 230 t, Spannkabeln und Unterwasser-Bojen zusammen. Anhand dieser Vorrichtungen soll eine Pipeline unter Wasser festgemacht werden, die einen Durchmesser von 1,6 m aufweist und auf einer Länge von ca. 80 km zwischen der Türkei und Nordzypern verlaufen wird. Die Pipeline wird in Abschnitten von ca. 500 m aufgeschoben und in einer Wassertiefe von ca. 250 m schweben.

Die Spannkabel haben einen Durchmesser von 116 mm und werden in verschieden lange Abschnitte unterteilt, um der jeweiligen Wassertiefe entlang der Route zu entsprechen. An den oberen Enden der Spannkabel werden die Unterwasserbojen mit einer Länge von 8 m und einem Durchmesser von 3 m und einem Gewicht von jeweils 17 t angebracht, um die Pipeline zu befestigen.  Die Anker werden mit Hilfe der beiden Mastkrane in Position gebracht. Einer der beiden wird die Ausrichtung der Boje und das Festziehen der Spannkabel vornehmen, während der andere Kran den Anker herunterlässt. Die Besonderheit an dieser Installation ist die Ausstattung beider Krane mit einem integrierten Windensystem für die Hochsee. Durch die Anbindung an dieses System und Kran-Kabel mit einer Länge von ca. 14 km können Installationen in einer Wassertiefe von bis zu 3000 m ausgeführt werden, so dass kein sogennanter «wet handshake», das heisst der Unterwasser-Transfer zwischen zwei Haken, nötig sein wird. Um die Installation auszuführen, ist es zudem wichtig, dass die Fairplayer während der Arbeiten ihre exakte Position beibehält, wozu das bordeigene «Class 2 Dynamic Positioning System» beitragen kann.      

 

 

www.jumbomaritime.nl

 

 

 

 

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