Regionaler Fokus

  • Lamu soll Ostafrika in ein neues Zeitalter führen.

10.01.2018 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 21560

Lamu wird konkret

Das Handelswachstum, das Schwarzafrika prognostiziert wird, benötigt eine angemessene Infrastruktur. Im kenianischen Hafen Lamu, der u.a. Mombasa entlasten soll, stehen ab Mitte 2018 drei neue Liegeplätze zur Verfügung – dank chinesischer Investitionen.


 

Der Lamu-Korridor in Kenia wird als wichtige Handelsroute angesehen, die den Hafen von Mombasa entlasten und afrikanische Binnenländer an den Indischen Ozean anschliessen soll. Im August 2014 fiel der Startschuss, als die Kenya Ports Authority und die China Communication Construction Company mit einem Vertrag über 479 Mio. USD den Bau der drei neuen Liegeplätze in Lamu besiegelte (s. ITJ 31-34/2014, S. 27). In 2018 soll nunmehr die erste Bauphase beendet sein und der Umschlag über die neuen Kais beginnen.

 

 

Binnenländer an die See anbinden

Manche Innovationen tragen einen langen Namen, und so verhält es auch bei diesem Hafenprojekt, dass sich «Lamu Port South Sudan Ethiopia Transport» (Lapsset) nennt. Neben einer Autobahn, die Kenia, den Südsudan und Äthiopien miteinander verbinden soll, sowie internationalen Flughäfen, ist die Erweiterung des Hafens Lamu ein Kernelement des Korridorplans. Das nördliche Kenia, Südsudan und Äthiopien erhalten damit einen direkten Zugang zum maritimen Handelsaustausch.

 

Der Gesamtplan sieht vor, bis 2030 insgesamt 21 zusätzliche Liegeplätze im Hafen von Lamu zu bauen. Damit werden die 18 im südlicheren kenianischen Hafen Mombasa verfügbaren Liegeplätze, die häufig der Nachfrage nicht genügen, entlastet werden. Zusätzlich soll eine moderne Infrastruktur den Hafen Lamu in die Lage versetzen, die grossvolumigen Schiffe heutiger Prägung abzufertigen.

 

Die anfallenden Erdarbeiten sind beträchtlich, denn die neuen Liegeplätze entstehen mehr als 700 m vom Ufer entfernt im Indischen Ozean auf einer Fläche von 1,2 km Länge und 750 m Breite. Der Bauunternehmer, die China Roads and Bridge Corporation, baggert auch den Hafen aus und vertieft den Anlegebereich für Schiffe auf eine Wassertiefe von 17,5 m.

 

 

Finaler Termin noch offen

Neben der Schwierigkeit, private Investoren für das Projekt aufzutreiben, bleiben allerdings die terminlichen Aussagen der kenianischen Behörden vage. Während Transportminister James Macharia von Juni 2018 spricht, sieht der Projektleiter der Lapsset, Sylvester Kasuku, die neuen Liegeplätze ab Mitte März in Betrieb. Für die Zukunft gibt er sich noch optimistischer: «Die Fertigstellung der zweiten und dritten Reihe neuer Liegeplätze wird noch vor Dezember 2020 erfolgen.» Sein Wort in Gottes Ohr.