Regionaler Fokus

  • Der Hafen von Johor.

21.03.2018 Von: Marco Wölfli


Artikel Nummer: 22582

Blütezeit des Hibiskus

In Malaysias Logistik-Branche herrscht Dynamik. Bei Warenlagern herrscht grosser Nachholbedarf, dementsprechend viel wird gebaut. Zudem verstärkt der Hafen Johor seine Zusammenarbeit mit indonesischen Partnern.


 

Malaysia verhehlt seine Ambitionen nicht. Das Land will auf der logistischen Weltkarte ein gewichtiger Player werden und tut mit Chinas Unterstützung auch eine Menge dafür. Treibende Kraft ist der malaysische Transportminister Dato’ Sri Liow Tiong Lai (s. auch ITJ 49-52/2017, S. 28-29). Allerdings sind es längst nicht mehr nur staatliche Aktionen, die die malaysische Logistik- und Transportbranche beflügeln, sondern zunehmend auch private Initiativen von in- und ausländischen Firmen.

 

 

Immobilien-Entwickler sieht Potenzial

Insbesondere Logistikcenter und Warenlager sind derzeit stark gefragt. Die bisherige Infrastruktur reicht nicht aus, um den wachsenden Bedarf zu decken. Zu den aktivsten Unternehmen im Bereich Logistikimmobilien gehört Axis Real Estate Investment Trust (Axis Reit) aus der Stadt Petaling Jaya. Das Portfolio von Axis Reit besteht zu 40% aus Logistikimmobilien und soll noch weiter wachsen.

 

Ein Grossprojekt schloss Axis Reit kürzlich für den Nahrungsmittelhersteller Nestlé ab. In Telok Panglima Garang realisierte Axis Reit ein Distributionszentrum für Nestlé mit einer Fläche von 48 000 m², das im Juni seinen Betrieb aufnimmt. Nestlé hat Malaysia zu einem der wichtigsten Standorten für die regionale Versorgung erkoren und plant noch weitere Anlagen.

 

 

Ceva setzt auf Penang

Auch der niederländische Logistiker Ceva investiert kräftig im südostasiatischen Land und hat Anfang März im Bundesstaat Penang eine neue Multi-User-Anlage eingeweiht. Das Logistikzentrum mit einer Fläche von 6500 m² bietet verschiedene Möglichkeiten, darunter auch temperaturkontrollierte Bereiche. Dank der Nähe zum Flughafen Penang will Ceva neben Kontraktlogistik und Frachtmanagement auch Zollabfertigung anbieten. In der Region Penang im Norden von Malaysia wurden in den letzten Jahren viele Freihandelszonen eingerichtet.

 

Für einen (Halb)inselstaat spielt selbstverständlich auch die Entwicklung der Häfen eine grosse Rolle. Der Hafen von Johor, an der Grenze zu Singapur, hat eine Absichtserklärung mit dem indonesischen Hafenbetreiber Pelindo I unterzeichnet, um die Entwicklung der Häfen in Malaysia und Sumatra voranzutreiben. Dazu gehören neue RoRo-Einrichtungen in den jeweiligen Häfen, aber auch gemeinsame Ausbildungsprogramme und Projekte zum Ausbau der Infrastruktur.