Regionaler Fokus

  • Kolumbiens Präsident und Miguel Abisambra, CEO von Puerto Aguadulce.

22.03.2017 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 18340

Allzweck-Terminal operativ

Zehn Jahre nach Beginn des Vorhabens ist es mit der offiziellen Einweihung des gemeinsamen Terminals von Aguadulce bei Buenaventura in Kolumbien soweit. ICTSI und PSA können mit dem erweiterten Panamakanal im Rücken die Früchte ihrer Mühen ernten.


 

In der pazifischen Hafenstadt Buenaventura in Kolumbien gab es kürzlich Grund zum Feiern. Zwei der grossen Terminalbetreiber, ICTSI von den Philippinen und PSA aus Singapur, haben nunmehr ihren Joint-Venture-Terminal in Porto Aguadulce, das zum Hafengebiet gehört, offiziell eröffnet. Die Logistik war an dieser Stelle einmal nicht eine der schönsten Nebensachen der Welt, denn der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos, nahm an der Einweihung teil.

 

Erste Bauphase abgeschlossen

Als wichtigster Pazifikhafen des lateinamerikanischen Landes, der der Eröffnung des Panamakanals seinen Aufstieg verdankt, hat sich Buenaventura für den Sitz eines Mehrzweck-Containerterminals angeboten.

 

Die erste Bauphase von insgesamt drei ist nunmehr endgültig abgeschlossen. Sowohl das Handling von Grosscontainerschiffen mit bis zu 18 000 Teu Kapazität als auch der Umschlag von Schüttgut sind nun möglich. Die jährliche Umschlagskapazität liegt bei 550 000 Teu an zwei Liegeplätzen bzw. bei 2 Mio. t Schüttgut. Insgesamt belaufen sich die geplanten Investitionen der beteiligten Unternehmen auf 550 Mio. USD für die Gesamtanlage.

 

Zehn Jahre Arbeit

ICTSI hatte den Boden für das Projekt bereits 2007 bereitet und auch Anteile an Gesellschaften in Panama erworben, um die volle Kontrolle über die Trägergesellschaft Sociedad Puerto Industrial de Aguadulce S.A. (Spia) zu erwerben. Die Spia verfügte über die vom kolumbianischen Staat auf 30 Jahre bemessene Konzession für Bau, Entwicklung und Betrieb eines Terminals, der neben Containern auch für den Umschlag von Schüttgut wie Kohle und Getreide ausgelegt sein sollte. 250 ha Land auf der Halbinsel Aguadulce stehen dafür zur Verfügung. Der Bau des Container- terminals begann 2008, im November 2016 startete der Probebetrieb.

 

ICTSI arrondiert damit seine bereits starke Position in Mittel- und Südamerika, wo es zwei Terminals in Mexiko und weitere Anlagen in Argentinien, Brasilien, Ecuador und Honduras unterhält. PSA International, für das es nach Argentinien und Panama der dritte Standort in Lateinamerika ist, stiess 2013 zu dem Vorhaben hinzu. ICTSI und PSA kontrollieren mit ihren jeweiligen Tochtergesellschaften gemeinsam 91,28% der Anteile der Spia.

 

Ausblick

«Es ist sehr wichtig, Träume zu haben, und es ist mehr als befriedigend, wenn sie Realität werden», kommentierte Präsident Santos das Ereignis. Martin O’Neil, Executive Vice President von ICTSI, lobte die Zusammenarbeit von einheimischen und internationalen Anteilseignern und fügte hinzu: «Wir glauben, dass die Wirtschaft Kolum-biens ein wichtiger Treiber ist, um den lateinamerikanischen Markt in die Zukunft zu führen.»