Regionaler Fokus

  • Für mehr Wachstum müssen die Räder rollen.

23.08.2016 Von: Dirk Ruppik


Artikel Nummer: 15651

Neue Wege zum Erfolg

Das starke Wachstum der Philippinen lässt sich nur mit Verbesserungen der Infrastruktur für den Transport, v.a. der Strassen und Häfen, aufrecht erhalten. Dirk Ruppik hat für das ITJ die aktuelle Situation der Logistik und die Projekte für die Zukunft untersucht.


Die Republik der Philippinen ist eines der am stärksten wachsenden Länder in Südostasien. In 2015 lag das Wachstum laut Weltbank bei 5,8% und soll 2016/17 auf 6,3% steigen. Auch das Rating durch Agenturen wie Moody’s stimmt: seit Jahresende 2014 erhält die Inselrepublik mit 7107 Inseln und 100 Mio. Einwohnern ein Baa2. Bei der Bewertung der Infrastruktur durch das World Economic Forum erreichen die Philippinen allerdings nach Vietnam – ausser bei der Strasseninfrastruktur – für Schiene, Häfen und Flughäfen die schlechteste Bewertung.

 

Im Logistik Performance Index (LPI) haben sich die Philippinen in 2016 von Platz 57 auf Platz 71 verschlechtert. Nach Einschätzung der Weltbank muss die Regierung ihre Ausgaben für den Infrastruktursektor steigern, um diesen wirtschaftlichen Schwung aufrechtzuerhalten. Von 2010 bis 2020 muss nach einer Studie der Asian Development Bank auf den Philippinen 116 Mrd. EUR in die Infrastruktur fliessen.

 

Mängel von Strassen und Schiene

Ein Grossteil des Gütertransports erfolgt im Inselstaat auf der Strasse. Trotzdem ist deren Zustand häufig mangelhaft und Staus sind besonders im Grossraum Manila und auf der stark besiedelten Inselgruppe Luzon (ca. 50 Mio. Einwohner) an der Tagesordnung. Viele Strassen operieren laut KPMG an der Belastungsgrenze. Die Japan International Cooperation Agency (JICA) berichtet, dass die Fahrgeschwindigkeit im Raum Manila bei durchschnittlich 10 bis 20 km/h liegt. In 2015 lagen die Investitionen ins Strassennetz bei 6,2 Mrd. EUR. Das Department of Public Works and Highways will 32 000 km Nationalstrassen bis 2016 vollständig asphaltiert haben.

 

Mehr und mehr Filipinos kaufen Waren online. Neben dem teilweise noch schwachen und teurem Internet ist die mangelnde Transportlogistik dabei ein grosses Hindernis. Die Kuriernetze für die Paketzustellung sind zwar in Metro-Manila und auf der Hauptinsel Luzon ausgebaut. Für Lieferungen in andere Landesteile, besonders für grossvolumige Produkte, sind die Transportmöglichkeiten aber begrenzt oder teuer. Eine schnelle Auslieferung ist schwer zu garantieren.

 

Das Schienennetz ist auf den Philippinen stark unterrepräsentiert. Nach wie vor liegen die meisten Gleisstrecken auf Luzon – rund 500 km. Fast alle Projekte im Schienenverkehr beziehen sich auf Stadtbahnen im Grossraum Manila.

 

Entlastung: Subic Bay und Batangas

Der wichtigste Haupthafen in den Philippinen, Manila, ist hoffnungslos verstopft. Allein 2015 wurden in dem Hafen 4,23 Mio. Teu umgeschlagen. Mohamed Ghandar, dem Geschäftsführer des Manila International Container Terminals, zufolge, wird das Problem der fehlenden Strassenkapazitäten mit der boomenden Wirtschaft und den laufenden grossen Infrastrukturprojekten wachsen.

 

Aufgrund des zunehmenden Güterverkehrs sollen die beiden Standorte Subic Bay und Batangas Entlastung bringen. So wird die Subic Bay Metropolitan Authority die Umschlagskapazität des Hafens in den nächsten drei Jahren von 600 000 Teu auf 1,2 Mio. Teu ausbauen. In Zentral-Luzon wird der Hafen Batangas weiter ausgebaut. Er gilt als Tor von/nach Mindoro bzw. den Visayas-Inseln.

 

Nicht nur auf der ökonomisch starken Hauptinsel Luzon nimmt die Wirtschaftskraft stetig zu. Daher wird auch in Davao-Sasa in Mindanao auf PPP-Basis der bestehende Seehafen modernisiert. Für dieses Projekt sind etwa 19 Mrd. PHP (366 Mio. EUR) veranschlagt.