Regionaler Fokus

  • Die ungarische Wizz Air stösst in neue Horizonte vor.

20.11.2013 Von: Andreas Haug


Artikel Nummer: 4014

Nicht alles rosarot

Der indische Subkontinent verlockt und verwirrt die interessierten Investoren. Der Versuch eines Überblicks.


Im hinduistischen Kulturkreis wurde Anfang November Diwali, das Fest des Lichts, gefeiert. Kein Licht gibt es immer noch im Dunkel der indischen Luftfahrt. Zu gros­sen Teilen für die unklare Zukunft verantwortlich sind sicher Verwaltung und Politik der grössten Demokratie der Welt. Ein Beispiel: Praktisch von heute auf morgen folgte die Generaldirektion für Luftfahrt einem von der Icao geäussertem Sicherheitsbedenken und entzog allen nationalen Charterfluganbietern die Erlaubnis, ins Ausland zu fliegen. Heimische Kritiker befürchten, dass mit der zwangsläufigen Öffnung für ausländische Anbieter bald auch die «heilige Kuh» Air India auf dem Altar der Privatisierung geopfert werden könnte.

Dabei bleibt der Weg zu ausländischen Beteiligungen mit Stolpersteinen gepflastert: Etihad Airways etwa, die im Oktober fünf der acht B777-200LR von Air India abkaufte und ihr damit finanziell unter die Arme griff, schien schon den 24%-Einstieg bei Jet Airways unter Dach und Fach zu haben. Im November meldeten nun zwei Wettbewerbsbehörden Bedenken an. Nach Abschluss eines bilateralen Abkommens zwischen Neu-Delhi und Budapest versucht die ungarische Wizz Air den Anflug als Einzelgänger: Die erste Passagierfluglinie, die am 27. Oktober auf dem neuen Flughafen in Dubai landete, wird ihren Dienst möglicherweise über das Arabische Meer hinaus fortführen.

«Indien wird bis 2020 der drittgrösste Luftfahrtmarkt der Welt», sagte kürzlich noch Zivilluftfahrtminister Ajit Singh voraus. Falls seine Prognose trotz allem zutreffen sollte – ob er dann noch Verantwortung trägt, scheint fraglich: Für die Parlamentswahlen im nächsten Frühjahr zeichnet sich nämlich ein Machtwechsel ab.    

 

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