Regionaler Fokus

  • Auch Oman hat Ausbaupläne.

13.03.2014 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 5374

Polarisierte Entwicklung

Der Mittlere Osten profitiert weiterhin von seiner strategischen Lage zwischen drei Kontinenten. Während Saudi-Arabien und die Golfstaaten ihre Einbindung in die globalen Handelsnetzwerke vorantreiben, bleibt die Entwicklung anderer Länder unbemerkt.


Im «Agility Emerging Markets Logistics Index 2014» lassen sich die Aufsteiger im Mittleren Osten unschwer erkennen. Aufgrund seiner enormen Investitionen in die Infrastruktur hat Saudi-Arabien sich im Index von Rang 45 auf den dritten Platz als Markt für den Logistik- und Transportsektor vorgeschoben. Im Land werden allerdings nicht nur bis zum Jahr 2020 Investitionen in einer Höhe von 79 Mrd. USD in die Entwicklung eines Schienennetzes gesteckt oder um den Seehafen von King Abdullah Economic City entwickelt, sondern auch eine eigene Exportindustrie u.a. für Glas, Zement, Stahl und Plastik aufgebaut. Für den Import wird hier wie in Asien die Verfügbarkeit von Lagern und Kühlhäusern zum Wettberwerbsfaktor.

 

Als attraktive Märkte für internationale Investoren und Dienstleister liegen Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien und Kuwait unter den ersten zehn der Rangliste. Das Emirat Katar hat im Vorfeld der Fussball-WM ebenso wie Dubai mit der Expo 2020 u.a. ein ehrgeiziges Programm der Flughafenerweiterung auf die Wege gebracht. Allein Dubai wird insgesamt 8 bis 9 Mrd. USD in neue Bauvorhaben investieren. 

 

Die dritten Märkte

Vor dem Hintergrund dieser Schwergewichte sollen aber die Bemühungen eines Staates wie Oman nicht in Vergessenheit geraten, der u.a. ein Logistik- und Industriezentrum am Küstenort Duqm südlich der Hauptstadt Maskat entwickelt. Der «Gulf Projects Index des Middle East Economic Digest» (MEED) weist für den Oman im Jahr 2014 eine Vergabe von Projekten im Wert von 59 Mrd. USD aus. Davon entfallen auf den Transportsektor ca. 13,7 Mrd. USD. Besonderen Ehrgeiz hat man im Hafen Salalah, der zusätzliche Containerterminals erhalten und der Hub für die Emirate werden soll. 

 

Unsicher bleibt dagegen die Lage in den Ländern des «Arabischen Frühlings» wie Ägypten, Bahrain oder auch dem Libanon. Immerhin wird für das Jahr 2014 im Hafen El Dekheila bei Alexandria nach dem «Egypt Shipping Report» ein Umschlagswachstum von ca. 1.8% auf 25,9 Mio. t. prognostiziert. Bis 2018 wird von einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2.9% pro Jahr ausgegangen.

 

Viele Hoffnungen richten sich im Mittleren Osten auf Afrika. Nach Erhebungen der WTO hat der Handelsaustausch zugelegt. Afrikanische Exporte in die Region haben einen jährlichen Wert von ca. 21 Mrd. USD erreicht, während aus dem Mittleren Osten die Exporte nach  Afrika inzwischen ca. 38 Mrd. USD betragen. Beide Handelsströme haben seit 2010 stetig zugelegt.

 

Stabiles Wachstum

Insgesamt wird für das laufende Jahr im Mittleren Osten ein stabiles Wachstum auf Vorjahresniveau erwartet. Der Internationale Währungsfonds hat 2014 seine Prognosen auf 3,7% für 2014 und 3,9% für 2015 festgesetzt.

         

 

 

 

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