Regionaler Fokus

  • Eine A330 flog am 8. Mai erstmals die Eurowingsstrecke MUC–WDH.

02.07.2018 Von: Andreas Haug


Africa
Artikel Nummer: 23630

Viele Fragezeichen

Über 17 der letzten 18 Monate hinweg war das Wachstum der Luftfrachtleistung afrikanischer Fluglinien stärker als sonstwo auf der Welt. Das hat sich erstmals im März geändert. Dabei weckt der Rückstand der kontinentalen Luftfahrt-Infrastruktur viele Interessen innner- und ausserhalb Afrikas.


 

Verkehrte Welt: Im März stagnierte die in FTK gemessene Frachtleistung der Fluglinien aller Iata-Regionen – ausser ausgerechnet jener in Lateinamerika (+15,5%). Geschrumpft ist das Geschäft allerdings nur in Afrika (–3,4%), also in jener Iata-Region, die das weltweite Wachstumsranking in 17 der letzten 18 Monate angeführt hat. Sicher: Am niedrigen Anteil des Weltmarktes (1,9%) hatte sich in dem Zeitraum ohnehin nicht viel verändert.

 

«Nur 20% des Marktes werden von afrikanischen Fluglinien abgedeckt», bemerkte kürzlich Tewolde Gebremariam, CEO der Ethiopian Group, die weiter ihre «Vision 2025» umsetzt und so die kontinentale Führerschaft festigt. Am 5. Juni hat sie ihr 100. Flugzeug eingeflottet, ihr 22. Dreamliner – so viele wie noch keine Fluglinie Afrikas in Betrieb hatte. Damit baut Ethiopian Airlines den Flughafen Addis Abeba zum Drehkreuz aus, von dem aus sie im Juni neu nach Barcelona, Chicago und Genf fliegt. Aber auch andere Teile des grossen Kontinents stehen mittels Kooperationen im Blickfeld: Nach Beteiligungen an Asky Airlines (Togo) und Malawi Airlines schickt sie im Oktober mit 45% der Anteile Zambia Airways an den Start, ein ähnlicher Einstieg ist bei der neuen Chad Airlines geplant.

 

 

Neu in West-, Ost- und Südafrika

Das Gründerklima scheint günstig. So verfügt der Senegal nach einem neuen Hauptstadtflughafen (vgl. ITJ 01-04/2018, S. 30) nun auch über einen neuen Flag Carrier: Air Sénégal hat am 14. Mai ihre erste Inlandslinie zwischen Dakar und Ziguinchor aufgenommen. Und in Ostafrika soll möglichst noch 2018 Uganda Airlines nach 17 Jahren wiederbelebt werden – am besten gleich mit Langstreckenflugzeugen der Grössenordnung A330. Im südlichen Afrika kommen die Impulse eher von aus­sen: Eurowings fliegt nun auch ab München nach Windhoek (Namibia), während British Airways Durban im Oktober in den Flugplan aufnimmt. Am 9. Juni haben die Engländer allerdings ihren Dienst nach Luanda (Angola) eingestellt.      

 

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